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KREISLIGA A : Die Respektlosen und der Nachbar

SEHLEM. Vor dieser Spielzeit lagen noch Welten zwischen den Kontrahenten. Doch nach drei Partien sind die gastgebende SG Sehlem und Lokalrivale SV Hetzerath verlustpunktfrei auf Augenhöhe.
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Im Vorjahr entrann die SG Sehlem nur knapp dem Abstieg, nun präsentiert sie sich als Mannschaft mit Disziplin, gewachsenen spielerischen Mitteln und ohne Angst vorm Gegner. Frank Neukirch hat in seinem zweiten Jahr einiges umgekrempelt. So scheut der ehemalige Oberligaspieler des SV Klausen keine Konsequenzen, wenn es um die Disziplinierung der eigenen Truppe geht – doch der Erfolg gibt ihm recht. "Die Einstellung hat sich gewaltig geändert. Jeder kämpft jetzt wieder für seinen Verein. Doch auch spielerisch habe ich Fortschritte ausgemacht, obgleich noch nicht alles wunschgemäß läuft", erklärt Neukirch, der selbst als Libero die Abwehr dirigiert.

Die SG mit ihrem mageren 15-Mann-Kader hat bisher das Optimum herausgeholt. Ihr eigentliches Ziel: So schnell wie möglich die nötigen Zähler erspielen, um von der Abstiegsangst befreit Fußball spielen zu können. Die Mannschaft präsentiert sich in einem top-fitten Zustand, die Welle des Erfolgs soll auch gegen den großen Nachbarn aus Hetzerath nicht beendet sein. "Natürlich ist Hetzerath Favorit, wir wollen sie ärgern und möglichst gewinnen", sagt Neukirch.

Denn bei ihm gilt nur eine Maxime: auf den Platz gehen, keinen Respekt zeigen und den Willen zum Sieg demonstrieren. Die gute Mischung aus Erfahrung und jugendlichem Elan soll dieses Vorhaben unterstützen. Einer, der den neuen Sehlemer "Young-Spirit" dokumentiert, ist Johannes Wey. Der erst 19-jährige Stürmer ist Neukirchs neuer Kapitän. In der vergangenen Saison erzielte er bereits zwölf Tore, Schnelligkeit und Treffsicherheit sind seine Stärken. Der Instinktfußballer ("Ich stehe immer dort, wo ich stehen muss") kam aus der eigenen Jugend der JSG Hetzerath/Föhren und durfte bereits als A-Jugendspieler vor 18 Monaten die Senioren verstärken. Unvergessen bleibt für die Sehlemer sein entscheidendes Tor zum 2:0 in der Aufstiegsrelegation gegen Landscheid im Frühjahr 2004, welches die Rückkehr in die A-Liga bedeutete. "Für diese Saison habe ich mir 13 Treffer und das Erreichen des Klassenerhalts vorgenommen. Wenn es klappt, wäre ich nicht böse, wenn ich mal höherklassig spielen könnte", sagt Wey.

Für Hetzeraths Trainer Rudi Jung ist bis jetzt ebenfalls alles optimal gelaufen. Die drei Aufsteiger wurden geschlagen. Bis auf den Kantersieg gegen Traben-Trarbach waren die Unterschiede aber nicht so gravierend. Der – wie in der Bezirksliga – dreimal wöchentlich trainierende Jung weiß, dass jetzt die wichtigen Spiele anstehen. "In Sehlem wird es sehr schwer. Die SG wird die Euphorie mitnehmen." Nicht nur die Zuschauer (mit bis zu 350 rechnen die Verantwortlichen), sondern auch die meisten Spieler kennen sich aus gemeinsamen Jugendzeiten. Für den verletzten Kapitän Volker Schönhofen wurde Eric Thielmann als Libero reaktiviert. Fragezeichen stehen hinter dem Einsatz von Sebastian Sungen. Befragt nach der taktischen Marschroute, lässt Jung die Katze noch nicht aus dem Sack. "Die Abwehr muss sicher stehen. Über die Hahn-Zwillinge wollen wir Tempo machen und Lücken reißen. Eine andere taktische Variante will ich als Trumpf-Ass im Ärmel lassen", erklärt Jung.

Dabei baut er auch auf seinen Torhüter Sebastian Marquenie. Der 25-Jährige verdiente sich bei der JSG Hetzerath/Föhren seine ersten Sporen, wechselte über Föhren nach Hetzerath. Dort ist Torwarttrainer Matthias Krames sein erster Ansprechpartner. "Bei ihm wird es nie langweilig, weil stets neue Trainingsinhalte dazu kommen", freut sich Marquenie.

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