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SPIEL DES TAGES : Lehnertz-Tor für den Meister-Sekt

RIVENICH. Vorzeitige Titelfeier: Nach dem 1:0-Sieg beim Verfolger SG Sehlem ist der Laufelder Reserve Rang eins jetzt auch theoretisch nicht mehr zu nehmen.
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Kaum hatte der souveräne Schiedsrichter Willi Fuxen (Badem) das Spiel zwischen dem Tabellenzweiten SG Sehlem und dem Spitzenreiter SG Laufeld abgepfiffen, da flogen ringsherum die Arme der Gäste-Spieler in die Höhe. Es war nicht nur der Jubel über einen 1:0-Sieg, es war auch nicht nur der Jubel über einen Erfolg gegen den schärfsten Verfolger - es war der Jubel über die vorzeitig gesicherte Meisterschaft.

Jetzt ist auch rechnerisch nicht mehr möglich, was vorher schon theoretisch kaum noch denkbar war - dass der große Vorsprung der SG Laufeld II so weit schmelzen könnte, dass sich noch einer der Verfolger aus Sehlem oder Kinderbeuern an der Elf von Trainer Rainer Schwind vorbeischiebt. "Wir wollten hier den Meistertitel unter Dach und Fach bringen", freute sich Schwind nach dem Abpfiff. "Das ist das i-Tüpfelchen auf einer ganz hervorragende Saison. Auch wenn das Spiel nicht ganz so gut war. Heute machen wir jedenfalls eine große Sause."

Fast ein Treffer aus 50 Metern

Zumindest in der ersten Hälfte dominierten seine Mannen aber das Geschehen. Die erste Groß-Chance führte zum ersten Tor, als in der 26. Minute nach einem Pfosten-Schuss von Volker Weiler Spielmacher Sascha Lehnertz schneller reagiert als sein Gegenspieler und zum 1:0 abstaubt. Fünf Minuten vor dem Halbzeit-Pfiff hätte Weiler schon für die Vorentscheidung sorgen können, doch nach einer schönen Vorarbeit von der rechten Seite, bei der die Gastgeber zu Unrecht auf Abseits reklamierten, zögerte er einen Moment zu lange beim Abschluss.

Die Platzherren hingegen kamen in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht ins Spiel. Zu passiv agierten sie, zu hektisch und zu defensiv. Aber große Donnerwetter während der Halbzeit-Pause sind sie in Sehlem ja gewöhnt - spätestens seit in der vergangenen Woche Rudi Roth-Noss zwischen dem Seitenwechsel sein Trainer-Amt zur Verfügung stellte. Auch sein Nachfolger Klaus Keich, Vorsitzender des FC Esch, der die Mannschaft bis zum Saison-Ende betreut, benutzte beim Pausentee wohl einige harte Worte.

Und im zweiten Abschnitt stand auch eine vollkommen andere Sehlemer Mannschaft auf dem Platz. Kämpferischer, bissiger, mit mehr Zug zum Tor. Herbert Runge kam ins Spiel, ordnete zum einen die Defensive und sorgte zum anderen für einige lichte Momente im Spiel nach vorne. In der 69. Minute hätte der Ausgleich fallen müssen: Toller Pass von Daniel Esch auf Sascha Weiland, der allein vor Laufelds Schlussmann Andreas Jany auftauchte, jedoch den Torhüter anschoss.

Diese Szene war die einzige echte Groß-Gelegenheit für die Sehlemer. "Viele Chancen bekommst du in so einem Spiel nicht", trauerte Klaus Keich der vergebenen Möglichkeit hinterher. "Aber wir kämpfen weiterhin um den zweiten Platz. Nächste Woche spielen wir in Kinderbeuern, die Partie ist für uns ohnehin viel wichtiger."

Weil die Sehlemer in Durchgang zwei mehr Druck nach vorne machten, boten sich den Laufeldern zwangsläufig einige gute Konter-Chancen. Die beste hatte Thomas Hein, doch sein Schuss in der 72. Minute strich knapp am Gehäuse vorbei.

Die kurioseste Gelegenheit hatte allerdings Kapitän Daniel Bauer: Als Sehlems Keeper Uwe Minnebeck einen Abschlag weit nach vorne drosch und nicht direkt in seinen Kasten zurück lief, nahm sich Bauer einen Herz und versuchte, den Torhüter in Fabian-Ernst-Manier aus 50 Metern zu überwinden - nur knapp verfehlte der Weitschuss sein Ziel (48.).


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