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SPIEL DES TAGES: Weit weg von besseren Tagen

SEHLEM. Keine große Fußballkunst sahen die knapp 300 Zuschauer beim A-Liga-Gipfeltreffen in Sehlem: Das magere 0:0 beließ zwar sowohl die SG Sehlem als auch den SV Hetzerath in der Spitzengruppe, doch Titelanwärter sehen anders aus. So gesehen war es für die SG ein Erfolg, für den Favoriten eher eine dürftige Leistung.
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Frank Neukirch blickte optimistisch in die Zukunft: "Sicherlich war das Unentschieden aus unserer Sicht etwas glücklich, aber dennoch verdient, weil wir hinten kompakt standen und kämpferisch alles gaben", meinte der Sehlemer Trainer. Dass es dennoch zum 0:0 reichte, verdankten die Platzherren aber auch dem Hetzerather Pech, die drei Mal nur den Pfosten trafen. 300 Zuschauer verbreiteten tolle Derbystimmung, doch die hoch motivierten Teams gestalteten eine Partie, die nur vom Kampf und der Spannung lebte.

Der erste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten, als Daniel Hahn im Strafraum zu Fall kam, doch der umsichtig agierende Schiedsrichter Tell die Pfeife in der Tasche ließ (3.). Gäste- Coach Rudi Jung hatte mit der Aufstellung des bereits zurückgetretenen Liberos Thomas Sandner eine weitere personelle Überraschung parat. Beide Teams begannen hektisch und hatten Angst vor der eigenen Courage. Viele Fehlpässe und überhastete Aktionen prägten die Anfangsphase. Als die Jung-Elf langsam Oberwasser bekam, ergaben sich auch erste Möglichkeiten. Ralf Tibo traf aus Nahdistanz nur den Pfosten.

Da das Flügelspiel sträflichst vernachlässigt wurde, blieben weitere Gelegenheiten aber Mangelware. Kapitän Patrick Hahn besaß mit seinem Kopfball die zweite Gästemöglichkeit. Im Mittelfeld war kaum Platz zum Kombinieren, da die Räume sehr eng gemacht wurden und die Abteilung Offensive – vornehmlich bei den Sehlemern – kaum Durchsetzungsvermögen offenbarte. So ging es nach einem eher mittelmäßigen Kick in die Pause.

Ein Spiel aus der Feinkostabteilung des Fußballs war es auch in der zweiten Hälfte nicht. Der Bezirksliga-Absteiger agierte zu nervös und trennte sich häufig zu spät vom Ball. Bei der Neukirch-Elf lief zu viel durch die Mitte, Einsatz und Zweikampfverhalten prägten die Szenerie. Die erste wirklich gute Chance hatte der Tabellendritte, als Kapitän Johannes Wey Wolfgang Klar per Kopf bediente. Im Gegenzug verstolperte der eingewechselte Sven Krämer aus acht Metern den Ball.

Der Favorit kam gegen Mitte der zweiten Halbzeit zu mehr Spielanteilen. Thomas Follmann und die Hahn-Brüder drehten gehörig an der Angriffs-Schraube, doch Sehlems Spielertrainer Frank Neukirch organisierte seine Abwehr gut. "Ein typisches Null-zu-Null-Spiel", befand Sehlems Vorsitzender Klaus-Alfred Keich zu diesem Zeitpunkt, doch ein einziger persönlicher Fehler hätte die Entscheidung bringen können. Daniel Hahn nutzte einen solchen beinahe aus, doch erneut stand der Pfosten dem Sehlemer Glück Pate. Wie lange hielt die SG-Abwehr noch? Diese Frage beschäftigte nicht nur die Zuschauer aus beiden Lagern.

Denn die verstärkten Angriffsbemühungen der Gäste zwangen Sehlem zunehmend, den Abwehrriegel zu verstärken. Hetzerath übte zwar Dominanz aus, doch Spielverständnis und Geradlinigkeit fehlten gänzlich. Thomas Sandners Pfostenschuss vier Minuten vor Schluss sah wiederholt die Gäste im Pech. Axel Esch vergab die letzte Möglichkeit in einem Spiel, das maximal das Prädikat Magerkost verdiente. So zeigte sich Neukirch im Gegensatz zu Rudi Jung zufrieden, weil "wir mit dem Punkt leben können". Der Gästetrainer indes sprach von "fehlender Dynamik" und bemängelte, dass "wir zu wenige Chancen herausgespielt haben. Wir fanden heute keine Mittel, denn die vielen 1:1-Situationen brachten keinen Erfolg".

SG Sehlem: Minnebeck - P. Haubrich, Lorig, Barzen, Neukirch - Runge, Esch, Hasenstab, Keich (79. Erz) - Wey, Klar (86. Heine).

SV Hetzerath: S. Marquenie - Sungen - Eilenz, B. Marquenie, Sandner - J. Haubrich, P. Hahn, Follmann, Müller (75. Willems) - Tibo (46. Krämer), D. Hahn

Schiedsrichter: Tell (Neuerburg)

Zuschauer: 290

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