"Woher hat der Ritter eigentlich sein Schwert?" Julius steht mit Tante Erika im Museum vor einem Bild mit einem Ritter in voller Rüstung. Der Mann sieht ziemlich gefährlich aus.
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Fast so wie die Ritter auf dem Burgenfest neulich. "Musste ein Ritter auch einen Waffenschein machen, wie Onkel Fritz mit seinem Jagdgewehr?", will Julius weiter wissen. "So was ähnliches schon", nickt Tante Erika. "Schließlich konnte nicht jeder einfach so mit einem Schwert herumlaufen. Das war viel zu gefährlich." Tatsächlich musste ein Junge eine lange Ausbildung, eine Art Lehre, bei einem Ritter machen, bevor er selbst Ritter wurde und ein Schwert tragen durfte. Die Ausbildung begann mit 14 Jahren. Dann wurde ein Junge erst mal Knappe und hatte viel zu lernen. . Er musste seinem Ausbilder -oft war das sein Vater oder ein Onkel- helfen, die schwere Rüstung anzuziehen, die Waffen in Ordnung zu halten und die Pferde zu pflegen. Bei Wettkämpfen, den Turnieren, aber auch in Schlachten, mussten die Knappen ihrem Ritter seinen Helm und die Waffen hinterher tragen und für die Pferde sorgen. Außerdem bekam ein Knappe ein Kurzschwert, um zu lernen, wie man ein Schwert gebraucht. War der Ritter mit seinem Knappen zufrieden, wurde er mit 21 Jahren bei einer Feier die "Schwertleite" hieß, zum Ritter "geschlagen". Für den Knappen und seine Familie war das ein großes Fest, das mit einem Gottesdienst begann. Danach wurde dem Knappen der Schwertgurt umgebunden und er wurde zum Ritter geschlagen. Dabei musste er sich hinknien. Mit dem Schwert oder einfach mit der Hand bekam er einen leichten Schlag auf den Nacken. Dazu wurde ein Segenspruch aufgesagt: "Zu Gottes und Marien Ehr(e), nimm diesen Schlag und keinen mehr". Damit war gemeint: In Zukunft sollte das Schwert seinen Ritter vor allen Schlägen von Feinden schützen. Zu Ehren der jungen Ritter wurden am Tag der Schwertleite auch große Wettkämpfe veranstaltet, bei denen sie zeigen konnten, was sie in den Jahren ihrer Ausbildung gelernt hatten. Eva-Maria Reuther
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