Vor zwei Wochen haben wir an dieser Stelle über die vielen Prämierungen für Winzer berichtet. Wahrscheinlich sind diese Auszeichnungen eine der Ursachen für das gestiegene Image der Winzer. Vor 30 Jahren sah das noch anders aus.
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Der Rückblick zeigt auch, wie schnell sich eine Wandlung vollziehen kann: Mitte der 1980er Jahre gab der Glykolskandal manchen Winzern den Rest. Er hatte seinen Ursprung zwar im Nachbarland Österreich, strahlte aber auch auf Deutschland aus, wo bekanntlich alles besonders kritisch unter die Lupe genommen und analysiert wird. Ein paar Jahre zuvor hatten bereits unerlaubte Zuckerungen für Wallung und Gerichtsprozesse gesorgt und das Image von Produkt und Erzeuger gedrückt. Wer wollte damals noch Winzer werden? An der Mosel sanken die Ausbildungszahlen dramatisch.
Aber es waren auch andere Zeiten. Ich kann mich erinnern, dass damals bei der Lese jede halbwegs gesunde Beere vom Boden aufgehoben wurde. Mittlerweile zeigt sich ein völlig anderes Bild. Klasse geht vor Masse. Viele Winzer sind Künstler und Handwerker in einer Person. Und sie sind wieder Vorbilder und weit strahlende Leuchttürme. Die Zahl der Weinbauschüler geht nach oben.
Ich vergleiche das mit dem Aufstieg der Köche. Wer hat schon in den 1980er Jahren kulinarisch über den Tellerrand seines Ortes oder seiner Region hinausgeblickt? Eines möchte ich allerdings nicht. Dass nun analog der unzähligen Kochsendungen im Fernsehen auch die Weinmacher den Bildschirm erobern. Ab und zu macht das ja Sinn.
Aber der Spruch von den vielen Köchen, die den Brei verderben, birgt mehr als ein Körnchen Wahrheit. Winzer sollten sich vorrangig um den Wein kümmern. Das dauert länger als ein Menü zu kochen. Events wie im Fernsehen können sie auch zuhause abhalten. Und das geschieht ja auch. Die Voraussetzungen dafür sind glänzend, denn die Mosel besitzt mit ihrer Landschaft und ihren Menschen selbst die allerbeste Bühne.
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