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Kaffee im Becher, Wein nur im Glas

"Coffee to go“. Ohne dieses Angebot geht in vielen Geschäften, nicht nur beim Bäcker, schon lange nichts mehr. Der Kaffee oder Cappuccino zum Mitnehmen gehört in unserer schnelllebigen Zeit zur Grundversorgung vieler rastloser Menschen. Zeit hat ja offenbar niemand mehr.
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Der Charakter der Mittagspause hat sich ebenfalls verändert. Ich kann ja verstehen, dass es die Leute im Sommer ins Freie auf die Wiese oder auf die Parkbank zieht.

Streiten kann man allerdings darüber, ob der Geschmack im Papp- oder Plastikbecher mit dem Genuss aus der Porzellantasse mithalten kann. Vom Abfall ganz zu schweigen. Vor einigen Tagen habe ich an einer Tankstelle ein neues Angebot gesehen: „Soup to go“. Drei verschiedene Suppen für jeweils 1,50 Euro. Ob es dazu einen Löffel gibt, oder ob der Becher zum Mund geführt werden muss, weiß ich allerdings nicht.

Da diese Kolumne mit Wein zu tun hat, können Sie sich denken, was es jetzt kommt. Die Frage, ob und wann es „Wine to go“ geben wird. Dieses Angebot wird kommen, nicht weil ich es hier schreibe, sondern weil es Leute gibt, die auf solche Ideen kommen werden – weil der Konsument ja in regelmäßigen Abständen mit Neuerungen beglückt werden muss.

Über Kaffee und Suppe kann man ja noch reden. Beim Wein lege ich mich aber fest. Den werde ich nicht aus Plastikbechern trinken. Da kommt nur ein Glas in Frage. Etwas Kultur muss noch erhalten bleiben.

Neuerungen gibt es auch auf anderem Gebiet. Ursprünglich, so zumindest ist mein Wissensstand, gab es den Begriff „Sommelier“ nur im Zusammenhang mit Wein. Der Sommelier oder die Sommelière berät Kunden im Restaurant oder im Handel über das Weinangebot des Hauses. Mittlerweile gibt es aber auch schon den Bier- und den Fleischsommelier. Ich warte auch da auf den Kaffee- und Suppen-Sommelier.


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