Aufgeschlagen – Neue Bücher: Haruki Murakami: „1Q84“ Buch 3
Ein Jahr lang mussten die deutschen Leser auf das dritte Buch von „1Q84“ des Autors Haruki Murakami warten. 578 Seiten später ist klar: Es hat sich gelohnt, auch wenn es Monate später zunächst schwierig ist, sich an die versponnene Geschichte zu erinnern.
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Parallele Welten, verstrickte Leben
Protagonistin Aomame bringt als professionelle Killerin Männer um, die Frauen misshandelt haben. Durch einen Auftrag, bei dem sie den Führer einer fanatischen Sekte ins Jenseits befördert, landet sie in der Parallelwelt „1Q84“. Plötzlich stehen zwei Monde am Himmel. Tengo, die zweite Hauptfigur und Aomames große Liebe seit der Grundschule, hat als Ghostwriter ein Buch überarbeitet, das die Tochter des Sektenführers geschrieben hat. Auch er landet auf Umwegen in dieser Welt, in der sich nun die große Frage erneut stellt, die schon im ersten Teil der Geschichte aufgeworfen wird: Werden sich die beiden wiedersehen?
„1Q84“ ist ein Buch für Fans, keines für Murakami-Anfänger. Zu verworren, zu detailliert, zu langatmig sind die Schilderungen. Es ist ein Buch für diejenigen, die die älteren Werke des japanischen Autors gelesen und geliebt haben. Denn „1Q84“ ist von allem ein bisschen mehr.
Die kafkaesken Züge der Figuren sind noch stärker herausgearbeitet, die surreale Parallelwelt ebenso. Darauf muss man sich einlassen. Dann aber wird „1Q84“ zu einem großartigen Buch – vielleicht zu dem, das den 63-Jährigen endgültig für den Nobelpreis qualifiziert.
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