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Zuständigkeits-Ping-Pong auf dem Rücken der Bürger

Rückblick, vor ziemlich genau zwei Jahren: Thomas Egger (FDP) und Angelika Birk (Grüne) übernehmen ihre Ämter als Dezernenten für Wirtschaft, Tourismus und Kultur (Egger) und für Bildung, Soziales, Schule und Sport (Birk). Aus dem Rathaus dringt in den folgenden Monaten frohe Kunde.
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Da werde im Stadtvorstand, dem außerdem Oberbürgermeister Klaus Jensen (SPD) sowie Bau-, Umwelt- und Verkehrsdezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) angehören, richtig konstruktiv zusammengearbeitet. Es werde viel miteinander gesprochen. Lob gibt es von den Fraktionen des damals noch existierenden Ampelbündnisses aus SPD, Grünen und FDP, und selbst die Opposition äußert sich vorsichtig positiv. Schließlich war das nicht immer so, es soll auch schon Dezernenten gegeben haben, die sich wegen sachlicher und persönlicher Differenzen entweder anbrüllten oder anschwiegen.

Willkommen in der Realität: Mittlerweile gibt es einen Klimawandel im Rathaus, allerdings ohne Klima-Erwärmung. Vor allem zwischen den beiden Dezernentinnen ist das Verhältnis offenbar deutlich abgekühlt, wie unter anderem von den Stadtratsfraktionen zu hören ist. Ist Simone Kaes-Torchiani in Sitzungen zu Gast, wird bei der Nachfrage nach Projektfortschritten gerne mal darauf verwiesen, die Birk-Ämter hätten noch nicht geliefert. Umgekehrt läuft es genauso. Auf den Rathausfluren kursiert schon das Gerücht, der Stadtvorstand werde sich demnächst an einem Wochenende zu einem Mediationstermin treffen. Auf Anfrage wird solch ein „Kuschel-Seminar“ aber dementiert. Eine Klausursitzung gebe es zwar demnächst wieder, sagt Presseamts-Chef Hans-Günther Lanfer. Dabei solle es aber um stadtpolitische Strategiefragen gehen. Sich über die mangelnde Zusammenarbeit zu unterhalten, könnte aber sicher nicht schaden. Denn der Zuständigkeits-Ping-Pong wird auf dem Rücken der Bürger ausgetragen. Wenn der Trevererschule seit Jahren ein Neubau versprochen wird und es bisher nicht einmal einen Standort gibt. Oder wenn die Suche nach einem Ersatz für die Skatehalle einfach mal ein Jahr lang liegen bleibt - um nur zwei Beispiele zu nennen. Birk und Kaes-Torchiani müssen ja nicht miteinander kuscheln. Vernünftig miteinander zu arbeiten, sind sie den Trierern aber schuldig.

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