Es ist grotesk, dass ausgerechnet diejenigen, die schon früher die Reißleine gezogen haben, jetzt auf ihr Geld warten. Genau das passiert derzeit am Flugplatz Bitburg.
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Lars Ross
Die Landkreise Vulkaneifel, Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich sind aus der seit Jahren nur Verlust bringenden GmbH ausgestiegen, auch weil sie nicht mehr an die große fliegerische Zukunft der Ex-Airbase glaubten. Sie hatten recht damit, ihre Anteile abzustoßen, und doch kriegen sie jetzt ihr Geld dafür nicht, weil der große Heilsbringer aus Luxemburg offenbar pleite ist und seine bereits übertragene 40-Prozent-Beteiligung an der Flugplatz Bitburg GmbH, die sich vormals im Besitz der Nachbarkreise befand, nicht bezahlen kann.
Die Zahl der Unerschrockenen (besser: Unbelehrbaren), die an das Lamparski'sche 400-Millionen-Luftschloss geglaubt haben, war schon vor Bekanntwerden der Insolvenz der großspurig International Airport Development genannten Firma klein geworden. Dennoch wollen vermutlich einige Befürworter der Fliegerei auch ohne Lamparski weiter nach Investoren für einen Flughafen suchen.
Dabei liegt es nicht an der Person, dass aus dem Bit Airport nichts wird. Es liegt daran, dass jeder, der sich auch nur ein wenig mit der Materie beschäftigt, schnell merkt, dass mit Flughäfen, zumal mit solchen „in der Pampa“ (die Bitburger mögen den Ausdruck verzeihen), nirgends Geld zu verdienen ist, auch wenn da fünf Tower und die längste Landebahn der Welt in der Gegend rumstehen. Und wenn kein Geld zu machen ist, wird niemand viel Geld in ein solches Projekt stecken. Zu dieser Erkenntnis hätte jeder mit einem Blick auf die verheerenden Bilanzen aller zivil genutzten ehemaligen Militärflughäfen in ganz Europa kommen können.
Mitleid mit allen, die jetzt noch an der GmbH beteiligt sind und nicht wissen, wie sie aus der Nummer mit Lamparski herauskommen sollen, ist daher fehl am Platz. Die Pleite der Flugplatzfirma des Luxemburgers muss dazu genutzt werden, ihn aus der GmbH hinauszudrängen, um diese anschließend aufzulösen und aus den Flächen der früheren Airbase endlich etwas Zukunftstaugliches zu machen.
Die Flugbefürworter hatten 18 Jahre Zeit, ihrem Traum nachzuhängen. 18 Jahre, in denen man vermutlich schon zwei Dutzend anderer Nutzungsmöglichkeiten gefunden hätte, wenn nicht die Flughafen-Illusion die ganze Zeit im Weg gewesen wäre. Spätestens jetzt muss Schluss sein mit der Entwicklungsblockade Fliegerei!
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