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Datum: 05. März 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
Autor: Jörg Pistorius Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken  E-Mail

Wiedergelesen - Lieblingsbücher: George R.R. Martin: Das LIed von Eis und Feuer - Die Herren von Winterfell

Auch in einer Welt voller Wunder und Magie prägt die Gier des Menschen nach Macht und Reichtum das Geschehen. So könnte das Fazit eines der erfolgreichsten Buchprojekte der Gegenwart beginnen. In seinem Fantasy-Epos „Das Lied von Eis und Feuer“ („A Song of Ice and Fire“) schafft George R. R. Martin eine Welt, die härter, realer und fordernder ist als Tolkiens Märchenreich Mittelerde mit seinen Hobbits, Orks und Elben.
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Der Mensch ist das wahre Monster
Martins Kontinent Westeros ist eine Welt im Hochmittelalter. Ein strenges Feudalsystem regelt die sozialen Hierarchien. Lords und Ritter herrschen in Burgen und Schlössern, das einfache Volk arbeitet und betet, vom Zorn der Herrschenden oder einem strengen Winter (der Jahre dauern kann) verschont zu bleiben. Die kompromisslose Schilderung der Intrigen, die nach dem Tod des Königs zum blutigen Bürgerkrieg zwischen den Adelshäusern in den sieben Reichen führen, ist ein Tabubruch innerhalb der Fantasy, die normalerweise klar zwischen den edlen Guten und finsteren Bösen unterscheidet. Im „Lied von Eis und Feuer“ ist es ebenso schwer wie in der Realität, die Guten und die Bösen voneinander zu trennen.

Der Leser erlebt das Hauen und Stechen, Planen und Tricksen, Kämpfen und Lieben aus vielen Blickwinkeln. Lords und Ladys, Könige und Kinder, Helden und Verräter tragen die Handlung voran. Sympathieträger, die den Leser mehrere Bücher lang an sich gebunden haben, können jederzeit auf drastische Weise ableben.
Martins Welt ist in ihrem enormen und jede Menge Leben und Energie ausstrahlenden Detailreichtum zurzeit konkurrenzlos auf dem Fantasy-Markt. Inmitten all der menschlichen Grausamkeiten erscheint die Bedrohung durch eine Tote wiedererweckende Dämonenrasse aus dem Norden beinahe nebensächlich, und auch die Rückkehr der Drachen am Ende des ersten Buchs ist eher eine Randnotiz. Was sich ändern wird, wenn die kleinen Feuerspeier ausgewachsen sind. Jörg Pistorius

„Das Lied von Eis und Feuer“ besteht im Original aus bisher fünf Bänden. Die deutsche Übersetzung des aktuellen Teils „A Dance with Dragons“ (Ein Tanz mit Drachen) kommt im Mai.


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