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Bindedraht nicht einwachsen lassen

Isaac Newton lässt grüßen. Im Winter bestätigt sich sein erstes Trägheitsprinzip: Wenn keine Einflüsse von außen auf uns Gärtner einwirken, sind alle Körper träge. Bestenfalls bewegt man sich auf gerader Bahn Richtung Obstbäume, um die letzten Mumienfrüchte einzusammeln.
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Insbesondere die mit der Pilzkrankheit Monilia befallenen Schrumpelfrüchtchen – man erkennt sie am weißlichen Sporenüberzug – müssen in der Mülltonne entsorgt werden. So beugt man Krankheiten in der kommenden Saison vor.
 
An angepflockten Obstgehölzen könnte nun doch eine Einwirkung von außen die Geschwindigkeit des trägen Gärtners beschleunigen: Oftmals drohen mit Drähten oder fester Schnur angebundene Bäume stranguliert zu werden. Januar ist eine gute Zeit, um das Bindegarn zu überprüfen. Das gilt auch für andere Gehölze.
 
Bereits ein vergessenes und zu fest gezurrtes Etikett kann mit dem nächsten Wachstumsschub einwachsen. Jedes Schnürchen macht plötzlich Dampf. Ist das Bindematerial den Rankpflanzen zu eng geworden? Zum Anbinden von Kletterrosen verwende ich am liebsten Bindedraht, der von einem weichen, gummiartigen Kunststoff ummantelt ist (Soft-Tie).
 
Wo ich schon mal in Fahrt gekommen bin, schütze ich gleich noch die grüne Rinde junger Rosentriebe. Sie ist an frostigen Tagen besonders gefährdet. Die Wintersonne gewinnt an Kraft. Grüne Pflanzen wandeln wieder Sonnenlicht in Energie um. Bei gefrorenem Boden können sie jedoch kein verdunstetes Wasser nachziehen. Damit steigt die Gefahr, dass sie vertrocknen. Hier sollte man mit Vliesabdeckungen oder Tannenzweigen aktiv werden.
 
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