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Vorsicht, Falle!

„Abzocke?“ – mit dieser Frage wandte sich kürzlich ein Leser an mich. Er leitete mir eine E-Mail weiter, die er erhalten hatte und in der er „beschuldigt“ wurde, urheberrechtlich geschützte Werke unrechtmäßig genutzt zu haben.
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Aufgezählt wurde eine Reihe von pornografischen Seiten, die er angeblich besucht habe und auf denen geschütztes Material illegal feilgeboten werde. Man drohte ihm mit Rechtsmitteln, zeigte sich jedoch gnädig, wenn er 19,99 Euro auf ein bestimmtes Konto überweise. Ich riet dem Mann, die Mail zu ignorieren und gegebenenfalls die Polizei einzuschalten.

Dass es sich um plumpe Abzocke handelt, bestätigt auch Kriminalhauptkommissar Hans Ripp vom Beratungszentrum der Polizei in Trier: „Bloß keine Anhänge öffnen, nicht auf das Schreiben antworten und erst recht kein Geld überweisen“, lautet sein Rat. „Keine integere Unternehmung würde solche Schreiben – und dann auch noch per E-Mail – verfassen.“ Auf gerichtliche Mahnbescheide (die aber sicher nicht per E-Mail kommen) müsse man reagieren. Alles andere gehöre schlicht auf die virtuelle Müllkippe, sagt Ripp, für den Menschen, die solche E-Mails erhalten, leider zum Alltag gehören. Und nicht wenige würden immer noch auf diesen plumpen Betrug hereinfallen. Oftmals aus Scham. Und das nutzen Kriminelle schamlos aus. Beizukommen ist ihnen leider selten, wie auch Hans Ripp aus Erfahrung weiß: „Meistens sitzen die im Ausland. Wenn überhaupt, gibt es nur eine Briefkastenfirma.“ Ermittlungen verlaufen daher meistens im Sande.

Wer ebenfalls solche Schreiben erhalten hat und sich unsicher ist, wie er damit umgehen soll, kann sich an das Beratungszentrum der Polizei in Trier, Telefon 0651/4633710, wenden.

Roland Grün ist Redakteur beim Onlineangebot volksfreund. de. In unserer Kolumne „Mein Computer“ gibt er Tipps zum Umgang mit digitalen Medien. Haben Sie Fragen zu den Themen Internet und Computer? Schreiben Sie an:
computer@volksfreund.de

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