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Datum: 12. Oktober 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
Autor: Sabine Schwadorf Kommentare: Kommentare zeigen Drucken  E-Mail

Soziale Versprechen mit Symbolwert

Wir Deutsche werden immer älter – zunächst eine Positivmeldung in dieser Woche. So ist die Lebenserwartung in den vergangenen 50 Jahren um elf Jahre gestiegen. Jede fünfte gestorbene Frau im Jahr 2010 war bereits älter als 90 Jahre. Was jedoch nachdenklich macht, ist, dass die Pflegebedürftigkeit mit zunehmendem Alter steigt.
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So liegt die Pflegequote bei 90-Jährigen bei immerhin 59 Prozent. Also erkämpfen wir unsere Langlebigkeit um den Preis einer wahrscheinlicheren Abhängigkeit von Pflege und Versorgung durch Angehörige und Altenheime.
Gleichzeitig verlautet die Nachricht, dass der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung den Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungen ein sattes Plus beschert. Ebenfalls zunächst eine Positivmeldung.

Doch die gute Finanzlage hat kaum nach ihrer Bekanntgabe zu heftigen politischen Diskussionen um Beitragssenkungen und Entlastungen der Bürger geführt. Dinge, die vor allem Symbolcharakter haben dürften. Denn man muss kein Prophet sein, um voraussehen zu können, dass angesichts eines langsameren Wirtschaftswachstums und höherer Kosten für Arzthonorare, Arzneimittel und Pflege die Reserven und Polster der Sozialkassen schnell aufgebraucht sein dürften.

Die Bürger sollten vorsichtig sein, sich allzu früh über mehr Geld im Portemonnaie zu freuen und vollmundigen Versprechen zu vertrauen. Das Fell des Bären wird in der Politik stets zu früh verteilt. Denn die Folgen einer überalterten Gesellschaft in Verbindung mit einer wirtschaftlichen Flaute sind noch nicht absehbar.

s.schwadorf@volksfreund.de



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