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Mensch... Christian Wulff

(Trier) Sie bringen mich ziemlich durcheinander. Ich weiß nicht mehr so richtig, ob ich eher über Sie lästern oder doch mit Ihnen Mitleid haben soll.
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Irgendwie erinnern Sie mich an den männlichen Hauptdarsteller aus dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“. Vor nicht einmal zehn Jahren hatten Sie eine fröhliche Familie, einen guten Job und eine manierliche Bezahlung. Keine Ahnung, ob Sie dann einem Butt das Leben gerettet haben (gibt es in der Leine überhaupt Flundern?), aber irgendwie wollten Sie immer mehr. Erst eine jüngere und schönere Frau. Dann eine höhere Dotierung. Und schließlich den höchsten Job im Lande. 
 
Haben Sie alles gekriegt. Weiß der Teufel, was Sie dann noch haben wollten, dass es plötzlich wie im Märchen Peng gemacht hat und Sie jetzt überhaupt nichts mehr haben. Freunde weg, Amt weg, schließlich die Frau weg: Allzu weit runter geht’s da nicht mehr. 
 
Im Märchen war es ja so, dass des Fischers böse Frau Ilsebill die Urheberin allen Übels war. Ob das bei Ihnen und Bettina auch so war, kann ich nicht beurteilen. Das wissen nur die Kollegen von Bild, Focus oder Spiegel online, die offenbar bei Ihnen unterm Dach gewohnt haben, so fröhlich, wie sie jetzt vor sich hin spekulieren. „Ende einer Geschäftsbeziehung“, titelte Spiegel online, bevor man die Unverschämtheit der Unterstellung bemerkte und die Zeile unauffällig zurückzog. Selten hat die Trennung eines Frührentners von seiner Frau für so viel Wallung gesorgt. 
 
Wie geht’s nun weiter? Patchworkfamilien sind teuer. Da wird es wohl schwer, das Häuschen in Großburgwedel zu halten nach der zweiten Trennung. Aber das können Sie notfalls an Peer Steinbrück verkaufen – sofern es dessen Ansprüchen genügt. Zahlen kann der das leicht, das Armutsrisiko Kanzlerschaft wird ihm eh erspart bleiben, und dann holt er die Kosten mit zwei Handvoll Extra-Vorträgen locker wieder rein. Und bei Ihnen reicht der Rest vom Ehrensold hoffentlich noch für ein möbliertes Zimmerchen. 
 
Doch was macht unsereins als Otto-Normalverbraucher, wenn ihm immer mehr die Vorbilder ausgehen? Von wegen zusammenhalten in guten und schlechten Zeiten? Bei Frau und Herrn van der Vaart war das ja wohl nix, bei Heidi und Seal ebenso wenig, sogar Christine Neubauer (die Trivialromantik-Tante der Fernsehnation) hat sich einen Neuen zu- und den Alten samt Sohn abgelegt. Ein schmuckes Modell aus Südamerika wurde diese Woche präsentiert, statt des zehn Jahre älteren bayerischen Sportreporters. Mal sehen, wie lange der Butt in diesem Fall mitspielt. 
 
Die Kolumnen-Sammlung „Mensch...“ von Dieter Lintz kann für 12,80 Euro versandkostenfrei auf www.volksfreund-shop.de oder per Telefon unter 0651/7199-997 bestellt werden. Sie ist auch im Buchhandel erhältlich.
 
 

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