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Mensch.... .Jürgen Fitschen

Es gibt so schöne neue Wortschöpfungen: „Zumwinkeln“ ist die sympathische Umschreibung für das Verstecken von Geld vor der Steuer. „Wulffen“ nennt man das Vollquatschen eines Anrufbeantworters. Und ich glaube, der Begriff „fitschen“ könnte auch bald Bestandteil der deutschen Sprache werden. So als Allgemeinbegriff für Beschwerdeanrufe.
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Dabei kann ich eigentlich gar nicht verstehen, warum da so ein Wind drum gemacht wird. Ich meine, wenn man sich ärgert, dann ruft man eben gute Freunde an. Mache ich auch so. Ok, meine Freunde sitzen nicht gerade an der Spitze der Landesregierung. Dafür hören sie mir zu und lassen mich nicht so schnöde abblitzen wie Herr Bouffier.
 
Und was den Grund Ihres Anrufs betrifft, Herr Fitschen, auch das ist wirklich verständlich. Ich meine, es ist doch wirklich ungeheuerlich, dass die Staatsbeamten lieber in Ihrer Bank rumstöbern, als sich mit den wirklich wichtigen Dingen zu beschäftigen. Zum Beispiel nachrechnen, ob der Handwerksmeister nicht vielleicht eine Flasche Sprudel zu viel bei den Spesen abgerechnet hat. Oder ob der Hartz-IV-Empfänger von Oma zu Weihnachten 50 Euro zugesteckt bekommt und das nicht gleich meldet. Was der Staat da einsparen könnte!
 
Aber nein, die Herrschaften haben nichts Besseres zu tun, als in den Räumen Ihres Unternehmens rumzuwühlen, diesem Hort des Anstandes und der Ehrlichkeit. Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Strafvereitelungen soll der Verdacht lauten. Pah, das sind doch Peanuts, um im Sprachgebrauch Ihrer Vorgänger zu bleiben. Sie beschweren sich zu Recht, dass das ganz mies für das Image ist, wenn solche Dinge aufgewühlt und bekanntgemacht werden. Und Sie sind doch angetreten, um die Außenwirkung zu verbessern. Hat bis jetzt noch nicht so ganz geklappt. Aber vielleicht lernen Sie ja noch. Erst denken und dann zum Hörer greifen! Ist manchmal besser. Das gilt nicht nur für Staatsoberhäupter, sondern auch für Bankmanager. 

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