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Mensch...Prinz Harry!

Ach, Prinz Harry. Immer sind Sie zur falschen Zeit am falschen Ort - zumindest sieht das sicher Ihre Großmutter so.
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Wir Journalisten sind da naturgemäß anderer Meinung: Es gibt in der britischen Königsfamilie niemanden, der uns so zuverlässig Freude bereitet wie Sie, indem er gegen das royale Benimmprotokoll und sämtliche Das-war-schon-immer-so-Regeln im englischen Königshaus verstößt. Und genau das macht Sie so sympathisch. Ihre stets auf Contenance bedachte Oma erträgt alles mit stoischer Gelassenheit und ist allerhöchstens "not amused". Sie prügeln sich laut fluchend mit Paparazzi. Ihr Bruder geht auf Häppchenempfänge und Wohltätigkeitsveranstaltungen. Sie feiern mit einem Dutzend blonder Schönheiten eine Poolparty. Ihre Schwägerin nippt adrett gekleidet am Champagnerglas. Sie sind sturzbetrunken und tragen - nichts. Sie haben sich bestimmt sehr über die vielen hübschen Frauen gefreut, mit denen Sie in Las Vegas gefeiert und später Strip Poker gespielt haben. Wobei, gefeiert ist eigentlich untertrieben - die Sau rausgelassen trifft es besser. Und wissen Sie was? Genau das sollten Sie auch weiterhin tun. Denn die Williams und Catherines, die nicht wie moderne Endzwanziger leben und aussehen, sondern wie Endvierziger im jugendlichen Kostüm, sind zwar nett anzusehen - aber Sie wissen ja, was man über das Wort "nett" so sagt. Mit "nett" kann man keinen Blumentopf gewinnen. Sie, lieber Harry, sind alles andere als königlich. Sie sind häufiger betrunken als nüchtern in der Zeitung zu sehen, Ihnen ist der ganze royale Popanz eine Qual und Sie haben - korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege - keinen Plan, was Sie mit Ihrem Leben anstellen wollen. Das ist völlig okay. Denn ohne Sie wäre die englische Monarchie langfristig nicht zu ertragen. Es ist wie in einer Vorabendsoap: Ohne böse Buben wird es fad. Wenn Ihre Schwägerin Catherine demnächst im Miss-Piggy-Kostüm shoppen ginge oder Ihr Bruder seine Liebe zu großflächigen Gesichtstatoos entdeckte, wäre das allerdings schade. Ihre Einzigartigkeit wäre dahin. Und das will doch wirklich niemand. Weder wir Journalisten noch Ihre Großmutter. 

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