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Datum: 26. Oktober 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
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Die Narren auf der Flucht

Wieder einmal geht es auf den 11. 11. zu. An diesem Tag reitet nicht nur St. Martin, sondern auch die Narren starten in ihre berüchtigte fünfte Jahreszeit. Jedes Jahr nehme ich mir vor, die kommende Session ruhiger anzugehen – doch wenn es dann wieder mit Gesang und Schunkelei richtig losgeht, werde ich schnell wieder rückfällig.
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So sehe ich auch diesmal der kommenden Session durchaus mit Vorfreude entgegen. Allerdings gab es einen deutlichen Dämpfer, als ich dieser Tage den TV aufschlug. „Keine Party auf dem Hauptmarkt – Kampf gegen das Komasaufen an Weiberfastnacht“ stand da. Nach der anschließenden Lektüre des Artikels war ich fassungslos: Die Trierer Narren sind also auf dem Rückzug vor den jungen und jüngsten Komasäufern.

Nach dem jugendlichen Alkoholdesaster an Weiberfastnacht 2012 soll die traditionelle Fete auf dem Trierer Hauptmartkt 2013 ausfallen. Stattdessen ein paar Blümchen für Petrus bei Alkoholverbot, dann huschen die Narren „zu einer kurzen Party in den Rathaussaal – quasi als geschlossene Gesellschaft“. Unseren Nachwuchssäufern kann ich da nur zurufen: „Bravo, ihr habt’s bald geschafft – der Straßenkarneval geht so vor die Hunde.“ Als Nächstes sind dann die Rosenmontagszüge dran. Rosenmontag im Saal unter Securitybewachung? Helau!

Und noch ein Wort an die Verwalter, Konzeptentwickler und Karnevalsoffiziellen: Glaubt nur nicht, dass ihr durch den Rückzug aus der Öffentlichkeit die Verhältnisse ändert. Wenn Jugendliche sich ins Koma saufen, weil sie meinen, an Weiberfastnacht müsste das so sein, dann werden sie es auch weiterhin tun. Besonders wenn ihr denen dazu auch noch den öffentlichen Raum überlasst. Tatsächlich ist dieses Phänomen ein Problem mit vielen ungelösten Fragen. Aber man löst es nicht durch Davonlaufen.

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