Sind die alten Bauernsprüche mit den Wetteregeln Aberglaube? Ich sag mal so: Die meisten „Wetterweisheiten“, zu lesen auf entsprechenden Kalenderblättern, sind so zutreffend oder falsch wie der bekannte Hahn, der auf dem Mist kräht.
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Anders die Eisheiligen, die Schafskälte und der Siebenschläfertag. Wie war es denn diesmal mit den Eisheiligen: Anfang letzter Woche fast noch Hochsommer – dann rückte Pankratius an und Schluss war mit Lustig, die Temperaturen im Keller, für Gärtner, Winzer und Bauern sogar beängstigend nah an der Frostgrenze. „Servatius’ Mund der Nordwind ist – hat manches Blümlein tot geküsst“, heißt es. Schließlich noch der Regen, denn „die kalt’ Sophie, die schickt zum Schluss, gerne einen Regenguss“.
Funktioniert doch, wenn auch nicht immer ganz punktgenau. Dem stimmen sogar die wissenschaftlich-meteorologischen Wetterfrösche zu. Sie sprechen bei den Eisheiligen, der Schafskälte Mitte Juni und dem Siebenschläferzeitraum Anfang Juli von „mitteleuropäischen Witterungsregelfällen“, mit denen stets zu rechnen sei. Besonders gemein ist der Siebenschläfer – wehe, wenn Anfang Juli eine nasskalte Großwetterlage bei uns herrscht: Dann geht es sieben Wochen so weiter, und den Sommer kann man abhaken.
Umgekehrt wird aber ein angenehmer Schuh daraus, wenn uns zum Siebenschläfer ein Azorenhoch lacht. Das hält dann über Wochen – kühle Getränke bereitstellen und Regenklamotten wegpacken. Ich habe es seit sechs Jahren genau beobachtet: Diese Regel trifft zu, ob man will oder nicht. Hoffen wir also in diesem Jahr auf ein Azorenhoch für Anfang Juli.
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