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Datum: 16. November 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
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Von Schweinewahnsinn und Blaseninkompetenz

350 Seiten Lesestoff: Das neue Kreisjahrbuch ist da, stand diese Woche im TV. Und unser Landrat hat gleich kräftig dafür geworben. Das Werk sei etwa nicht vergleichbar mit dem Silvester-Filmklassiker „Dinner for one“. Weil es nicht jedes Jahr dasselbe bietet.
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Stimmt, Günther. Mit dem Kultsketch um Miss Sophie und Butler James hat das Kreisjahrbuch wirklich nicht viel gemein. Die bringen nämlich jedes Jahr Millionen Zuschauer zum Lachen. Ich bezweifle mal, dass Aufsätze wie „Gesundheitsdienste in der Endzeit des Trierer Kurstaates“ oder „Die Anfänge der kreiskommunalen Selbstverwaltung“ dieselbe Wirkung erzielen – da schlafen einem ja die Füße ein!

Aber dann hab’ ich im Jahrbuch doch was entdeckt, das den Vergleich mit „Dinner for one“ nicht scheuen muss. Da schreibt nämlich ein alter Bekannter aus Konz, der frühere Allgemeinmediziner Franz-Rudolf Woll. Er plaudert sozusagen aus der Praxis, aus dem Leben eines Landarztes. Über die Jahre hat er gesammelt, was so aus den Mündern der Patienten herauskommt: Die einen klagen über „schwere Florenza“, „Blaseninkompetenz“ oder ein „Loch im Trommelfeld“.

Die anderen verlangen ein „Breitwandantibiotikum“. Wieder andere wollen gegen „Schweinewahnsinn“ geimpft werden. Besonders nett: Die Dame mit dem Schnupfen, die befürchtet, dass ihr „Hirnwasser“ aus der Nase läuft. Das ist doch herrlich! Und da soll noch mal einer sagen, Landarzt zu sein sei nicht abwechslungsreich. Stand diese Woche ja auch im TV, dass das keiner mehr machen will. Also da kann ich nur sagen: Bei uns im Baumarkt geht’s lange nicht so lustig zu!

Paula


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