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Datum: 29. Juni 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
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Wittlich-Western

Stadtmarketingverein, Stadtverwaltung, Stadtrat, Stadtspitze: Dieses Quartett will seit Jahren mit einem trumpfen: Wittlichs Innenstadt. Deshalb gibt es die Kümmerer und Macher fürs Leerstandsmanagement. Ja, so heißt das.
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Das klingt nach oberster Führungsetage, Professionalität. Und die haben richtig Erfolg. Leerstand ist ein Boom-Markt. Das sorgt zum Beispiel in der Burgstraße für tolle Überraschungen, viel Abwechslung und den sogenannten Aha-Effekt (Aha, der hat also auch zugemacht) – und neue Geschäftszweige wie Leerstands-Lotto: Annahmestellen gibt’s in den Einkaufsmärkten am Stadtrand.

The winner is: Wer die sechs richtigen Hausnummern der Häuser tippt, die bald leerstehen. Dafür gibt’s eine Hauptrolle im Wittlich-Western (Konzept wie Dschungelcamp, nur dass Wittlicher Western spielen). Denn dafür haben wir bald die perfekte Geisterstadt-Kulisse: Im Wind klappernde Ladentüren, überall „Wanted“- Plakate von schnurrbärtigen Bankräubern und Pferdedieben.

Man hört vereinzeltes Getrappel der letzten Passanten, denen Stadtmarketing einen Cowboyhut geschenkt hat, der High-Noon-Glockenschlag kommt von St. Markus und bei Trockenheit gibt’s extra viel Staub auf dem Parkplatz Fürstenhof. Die verbleibenden Cafés werden allesamt Saloons. Die Schlossgalerie wird zum, äh, Freudenhaus, in dem sich für die Kamera sehr schön die Treppe hinab Schlägereien der Cowboys inszenieren lassen, während Damen aus den leeren Läden stürzen.

Geballert wird unter den Schießscharten-Dächlein auf dem Parkdeck. Das Autobahnschild Abfahrt Wittlich West bekommt noch drei Buchstaben mehr: Perfekt!

Das Ganze hat sich schon rumgesprochen. Was ein echter Manager ist, der streut ja vom künftigen „Mega-Event“ gern mal ein paar Gerüchte an Eingeweihte, die wiederum hinter vorgehaltener Hand was weitererzählen, so dass die Spannung bis zum Tag X steigt, an dem das Leerstandscitymanagement für den Wittlich-Western greifen kann.
Ein paar Leute haben das mit der künftigen Geisterstadt aber missverstanden. Das sind die, die am Riesenkreisel das Geisterfahren üben. Damit wäre auch dieses Phänomen ein für alle Mal geklärt, 

meint Euer

Wilbert


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Donnerstag, 23.05.2013 | Archiv | ePaper Newsletter Registrieren Login | Auto Immo Stellen | Service

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