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Datum: 05. Januar 2013 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
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Ein Lob dem Schinkenbrot

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen. An diesen Ausspruch von Johann Wolfgang von Goethe wird zu Beginn des neuen Jahres der ein oder andere gedacht haben.
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Weihnachtsfeiertage, Silvester, Neujahr und dazwischen noch ein Sonntag – an solch guten Tagen wird gedünstet und gebraten, pochiert und gratiniert, es werden feinste Speisen aufgetischt, es wird geschlemmt und geprasst. Für die Köchin oder den Koch des Hauses bedeutet das oft viel Stress. Man will ja mithalten, will kreativ sein, will sich als toller Koch beweisen. Und es sollte, wir leben ja in Deutschland, möglichst alles perfekt sein.

Dem Kult ums Essen widmet sich ein ganzer Wirtschaftszweig, angefangen von den unzähligen, größtenteils nervigen Kochsendungen im Fernsehen bis zu Büchern und Hochglanzmagazinen mit Rezepten von Sterneköchen, die kaum ein Mensch nachkochen kann. Und da gibt es die Gourmetkritiker, die in den feinsten Speisen herumstochern und jeden Bissen ein Dutzend Mal im Mund umdrehen, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass das Hechtklößchen an Krustentiersauce einen Tick mehr Salz vertragen könnte.

Selbstverständlich darf auch die entsprechende Weinempfehlung nicht fehlen. Zu dieser Speise muss es ein vier Jahre alter feinherber Gutedel aus Baden sein und zu jener einen in Barriquefässchen gereifter Cabernet Sauvignon aus Südafrika.

Dabei kann Genuss doch so einfach und preiswert sein.

Frisches Brot, gute Butter und eine Scheibe Schinken, mehr braucht es nicht, um sich und seine Geruchs- und Geschmacksnerven zu verwöhnen. Dazu einen leichten, frischen, trockenen oder feinherben Riesling oder Rivaner von der Mosel – das ist eine köstliche Mahlzeit.

Manchmal ist das Wenige mehr und das Einfache das Bessere.

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w.simon@volksfreund.de

 



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