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Datum: 05. Januar 2013 | Mehr aus diesem Ressort: Meinung
Autor: Fritz-Peter Linden Kommentare: Kommentare zeigen Drucken  E-Mail

Sag mir, wo die Üemen sind

„Genau so war’s damals!“, schreibt uns Ludwig Palzer aus Heckhuscheid. „Diese stillen Beobachter, die mehr oder weniger Durchblick für das Haus- oder Hofgeschehen hatten, saßen nun mal hinter dem Ofen und ..., ja, beobachteten und kommentierten zur rechten Zeit.“
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Er meint natürlich den Üem, Ühm, Iehm, Oheim, Ohm - also einen Onkel. Manchmal war’s auch einfach nur ein älterer, mit der Familie gut bekannter Herr (weibliches Pendant: Muhme – beide waren ursprünglich Geschwister der Mutter, hab ich ja schon mal erklärt). Ohm und Ofen gehörten dabei zusammen wie Pech und Schwefel, wie Euro und Krise, wie Sack und Zement - wie vor ein paar Wochen ja auch in der Erzählung von Traudenpitter (siehe „Neues von der Wörterfront“). Aber: Sitzen bei Ihnen noch welche am Ofen rum? Öfen sind ja wieder modern, Üemen aber nicht. Irgendwie sind die alle weg. Einen hab ich aber noch: von Margit Brandt-Leuwer aus Stadtkyll (mit edler Abstammung aus Auw). Und das war „vor vielen, vielen Jahren in Kobscheid in einer Familie mit heiratsfähigen und vor allem heiratswilligen Töchtern. Wie damals oft üblich, lebte im Haushalt auch noch ein unverheirateter Onkel, genannt Ühjm Pitter.“ Eines Tages habe sich dann ein Freier (und Margit sagt zu Recht, das sei damals noch „ein ganz ehrenwerter Begriff“ gewesen) vorgestellt. Und da „wollten die Mädels natürlich nur den besten Eindruck hinterlassen“, nicht zuletzt durch einen blitzblanken Haushalt. Dann der Schreck: Das eigentlich blütenweiße Handtuch neben dem Spülstein (Spülsteine gibt’s auch nicht mehr, jedenfalls bis zur nächsten Retro-Welle) hatte schwarze Fingerabdrücke. Um die Situation zu retten, beschuldigte eins der Mädels entrüstet den Ühjm, „dat Souledder“. Prompt kam von ofenwärts die Antwort: Er, Pitter, könne das kaum gewesen sein, „esch wääsche mesch en janz Woch net.“

Sauber! Aber die Üemen ... wo sind sie hin?

Prost Neujahr.

Et jit net jerannt.



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