Auch Firma profitiert von Kaffeepausen ihrer Mitarbeiter
Zwei Anblicke verderben jedem Chef die Laune: rote Zahlen in der Bilanz und tratschende Mitarbeiter auf dem Flur. Einige Chefs behaupten sogar, zwischen beiden Phänomenen gebe es einen Kausalzusammenhang.
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Martin Wehrle.
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Schließlich können Angestellte, die beim Kaffee plappern und lachen, nicht gleichzeitig am Computer in die Tasten hauen. Das riecht nicht nur nach Kaffee, das riecht nach verschwendeter Arbeitszeit.
Ein falscher Eindruck, denn der Amerikaner Pete Senge, Vater des Modells der "Lernenden Organisation", fand heraus: Die meisten Informationen in einem Unternehmen fließen nicht auf dem Dienstweg, nicht in Hausmitteilungen, Mails und Ansprachen - sondern von Mitarbeiter zu Mitarbeiter. Vorzugsweise bei informellen Anlässen, etwa beim Kaffee oder beim Mittagessen. Gerade bei diesen zwanglosen Gesprächen tauschen sich die Mitarbeiter aus über ihre Arbeitsbereiche, ihre Erfahrungen mit Kunden, ihre Ziele. Das Wissen der Einzelnen wird zu einem Kreislauf vernetzt - einem Kreislauf des Lernens, wie ihn Pete Senge allen Unternehmen ans Herz legt.
Seine Kernthese lautet: Das wichtigste Know-how für eine Firma findet sich nicht außerhalb, nicht bei Unternehmensberatern, Wirtschaftsautoren und anderen Gurus - sondern innerhalb der eigenen Organisation: bei den Mitarbeitern. Wenn der Kaffee fließt, fließt auch dieses Wissen. Die Krönung für jede Firma.
Quelle: Senge P.M., Die fünfte Disziplin, Klett-Cotta 2001
Unser Kolumnist Martin Wehrle (geboren 1970) gehört zu den erfolgreichsten Karriereberatern in Deutschland. Sein aktuelles Buch: der Bestseller "Ich arbeite in einem Irrenhaus" (Econ, 14,99 Euro). Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne.
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