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Ruhrpott statt Moseltal?

Borussia Dortmund, Schalke 04 und der Hamburger SV in der Basketball-Bundesliga? Über die Gedankenspiele einiger Fußballclubs diskutiert die Basketball-Szene.
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Offiziell bestätigt hat zwar noch keiner der Clubs echtes Interesse an der BBL. Aber sie werden sich genau anschauen, was der FC Bayern macht, der Vorreiter: Der sorgt seit zwei Jahren für einen Medienhype, den die BBL zuvor noch nicht erleben durfte. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer hat sich auf die Fahne geschrieben, die deutsche Liga bis 2020 an die europäische Spitze zu führen.
 
Die Entwicklung in den vergangenen Jahren ist beachtlich; die Liga ist mit der meiner aktiven Zeit nicht mehr zu vergleichen. Deshalb ist das Zusammenkommen von Pommer und den Fußballmanagern der nächste logische Schritt. Die Ligazugehörigkeit weiterer Fußballvereine würde sicher die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, aus ökonomischer Sicht könnten neue Märkte erschlossen und vielleicht ein allgemeiner Imagegewinn verzeichnet werden.
 
Es gab aber schon eine Vielzahl von Vereinen, die gescheitert sind – wie Leverkusen, Köln, Düsseldorf oder eben auch Hamburg. Faktisch kommen aktuell 13 Teams der Liga aus Städten mit weniger als 200 000 Einwohnern. Mit Quakenbrück und Weißenfels sind auch kleine Städte vertreten. Auf lange Sicht würde eine Neustrukturierung der Liga das Aussterben von Traditionsvereinen bedeuten, die seit Jahrzehnten an Förderkonzepten, einem nachhaltigen Unterbau, einer gesunden Fanbasis und einer soliden Finanzierung arbeiten und zum größten Teil mit Stolz auf gewachsene Strukturen blicken dürfen – so auch Trier.
 
Mit Retortenclubs, die sich eine Wild Card erkaufen und einen Basketballverein mit einem Etat von zehn Millionen Euro aus dem Boden stampfen, kann ich nichts anfangen. Das widerspricht meinem sportlichen Empfinden. Sollte sich eine dieser Mannschaften auf sportlichem Wege qualifizieren, heiße ich sie herzlich willkommen. Dass Trierer Mannschaften auch Clubs wie Schalke oder Dortmund schlagen können, hat die Eintracht vor einigen Jahren im DFB-Pokal gezeigt, und die TBB braucht sich aktuell sowieso vor niemandem zu verstecken.
 
Also, lasst sie ruhig kommen, die Mächtigen der Fußballszene. Trier ist bereit, aber Schalke-Manager Horst Heldt hat ernsthafte Bestrebungen bereits dementiert. Ich kann mir denken, warum.

In seiner Kolumne „Auszeit“ blickt der frühere Trierer Bundesliga-Spieler Helge Patzak (38) hinter die Kulissen des aktuellen Basketball-Geschehens.

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