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Kommentar: Die Hochmoselbrücke ist leichtsinnig geplant worden

Der umstrittene Übergang über die Mosel ist das derzeit größte Brückenbauwerk Europas – eine bereits 375 Millionen Euro teure Riesenbaustelle. Doch bisher hat die rheinland-pfälzische Landesregierung nicht auf ihre Geologen gehört. Eine Prüfung der Standfestigkeit soll erst während des Baus erfolgen. Das zeugt von Leichtsinn - ein Kommentar von Katharina Hammermann.
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Schon seit vielen, vielen Jahren wird an dieser Brücke herumgeplant. Eine Brücke, deren Kosten-Nutzen-Verhältnis für den Steuerzahler immer ungünstiger wird. Inzwischen ist von 375 Millionen Euro Gesamtkosten die Rede. Vor zwei Jahren waren es noch 45 Millionen Euro weniger. Und Gott weiß, was da noch alles kommt.

Denn offenbar hat die Landesregierung es bisher nicht für nötig gehalten, die Bedenken ihres geologischen Landesamts ernst zu nehmen. Schon vor mehr als zehn Jahren hat das Amt darauf hingewiesen, dass der Ürziger Hang ein nachgewiesenes Rutschgebiet ist. Es ist mit dem gesunden Menschenverstand schon nicht nachzuvollziehen, wie man überhaupt auf die Idee kommt, ein so ehrgeiziges Bauprojekt wie den riesigen Hochmoselübergang auf derart unsicherem Grund zu planen. Noch unverständlicher ist es allerdings, dass man dann nicht wenigstens alles dafür tut, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Wenn die Fachleute intensive geohydrologische Messungen für zwingend notwendig halten, warum hat man die dann nicht längst gemacht? Warum geht es mit dem Bau los, bevor diese Fragen geklärt sind? Das ist absolut unverständlich, ja geradezu leichtsinnig. Dass die Landesregierung nun versucht, die unliebsamen Informationen zurückzuhalten, spricht Bände.

Die Sache ist einfach extrem heikel. Denn hier geht es zum einen um die Sicherheit all derer, die diese Brücke irgendwann nutzen wollen. Und zum anderen um viel Geld. Bauverzögerungen kosten Millionen. Das hätte man sich alles früher überlegen müssen.

k.hammermann@volksfreund.de


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