meinung
11.11.2017
Christoph Barth Püttlingen

Tolle Chance vertan

Katholische Kirche

Zum Artikel "Trierer Bischof setzt seinen Sprecher vor die Tür" (TV vom 26. Oktober):
Wer ohne Fehler ist, werfe zuerst. Gesagt, getan. Und jetzt wurde "gefeuert" in den altehrwürdigen Mauern der absolutistischen Trutzburg des Trierer Bistums. In voller Pracht wurde anschaulich Macht demonstriert: Ein Mensch "rausgeworfen", vor die Tür gesetzt, sofort! Für das private und soziale Leben eines Menschen hat dieses einschneidende Ereignis eine fatale Wirkung! Dies ist unwürdig für die Kirche.
Über explizite Gründe darf ein jeder, so wie er will, wild spekulieren. Wie treten wohl die jeweils Verantwortlichen nach diesem vernichtenden Schritt im Gebet Gott gegenüber? Werden sie sich auch fragen: Bin ich denn wirklich ohne Fehler?
Wir alle wissen nur zu gut, wie Kirche funktioniert und auch hier agiert: Augen zu, aussitzen, menschliche Schicksale egal, interessieren nicht! Möglicherweise wird ein Gericht Recht sprechen - übrigens dann bekanntlich "im Namen des Volkes".
Das Bistum hat durch sein "Feuern" wiederum eine tolle Chance vertan, den guten eingeschlagenen Weg einer behutsamen Öffnung für Neues kreativ weiterzugehen. Liebes Bistum: Das wahre Leben spielt sich nicht immer nur in den Fluren des Generalvikariats ab, und schon gar nicht immer in kirchlichen Räumen. Wahres, echtes Leben begegnet uns in Natur, Kultur, Leidenschaften und und und. Nur so erhält man sich die Fähigkeit, über den Tellerrand hinaus Profil zu zeigen.
Christoph Barth
Püttlingen