Die nicht enden wollende Auseinandersetzung um das Betreuungsgeld droht gerade die schwarz-gelbe Koalition zu sprengen, da steht ein neuer familienpolitischer Entwurf von Ministerin Kristina Schröder zur Abstimmung an. Neben der Elternzeit will sie jetzt auch generell die Großelternzeit einführen, für die es zwar kein Geld vom Staat geben soll, für die berufstätige Omas oder Opas aber bis zu drei Jahre vom Job freigestellt werden können.
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Diese Möglichkeit gibt es bereits heute, allerdings nur in Härtefällen. Dann nämlich, wenn die Mutter eines Neugeborenen noch minderjährig oder in der Ausbildung ist. Dass Großeltern in das ,,Betreuungsmanagement" ihrer Enkel eingebunden seien, sei ,,Lebenswirklichkeit", sagt Frau Schröder. Ja, in manchen Fällen ist das so, obwohl Oma und Opa es nicht so geschraubt ausdrücken würden, wenn sie sich um ihre Enkel kümmern. Aber die Zeiten, in denen die Großfamilie zur ,,Lebenswirklichkeit" gehörte, sind lange abgelaufen. Weil die Großeltern, so sie noch leben und gesund sind, weit entfernt wohnen. Oder weil auch sie beruflich voll eingespannt sind und sich um ihren eigenen Lebensunterhalt kümmern müssen. Gerade das ist doch mit ein Grund dafür, warum Kita-Plätze immer dringender gebraucht werden. Nehmen wir beispielsweise mal die ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin, 55 Jahre alt, mit Kindern im gebärfähigen Alter. Deren Chancen am Arbeitsmarkt erhöhen sich sicher gewaltig, wenn ein potenzieller Arbeitgeber damit rechnen muss, dass sie demnächst Großelternzeit beantragen könnte. Für ältere Beschäftigte oder Arbeitssuchende ist es ungleich schwerer, sich im Beruf zu behaupten oder überhaupt noch einmal Anschluss an den Beruf zu finden, als für Jüngere. Deswegen dürfte eine Großelternzeit auch nur in ganz privilegierten Fällen greifen. Von einer Ministerin aber sind mehrheitstaugliche Konzepte gefordert. Jetzt, wo es mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz langsam ernst wird und die Politik unter Druck gerät, präsentiert Frau Schröder Kleckerkram. Isabell Funk, Chefredakteurin
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