Sie haben alles auf eine Karte gesetzt - und sind rausgeflogen. Das kommt vor. Die Fassungslosigkeit der Berliner Grünen angesichts der gescheiterten Koalitionsverhandlungen mit der SPD nimmt allmählich melodramatische Züge an.
Podcast
Fotostrecke
Isabell Funk
,,Kein Grüner wird das der SPD vergessen", droht die Spitzengrüne Renate Künast, die so gerne selbst auf dem Stuhl des Regierenden Bürgermeisters Platz genommen hätte und nun Klaus Wowereit zum Totengräber eines rot-grünen Modells auf Bundesebene stilisiert. Das ist schon deshalb Unfug, weil die Öko-Partei selbst bereits vor der Wahl zum Berliner Senat Fakten geschaffen und den von der SPD geplanten Weiterbau der Stadtautobahn zur Schicksalsfrage für eine Koalition mit den Sozialdemokraten aufgeblasen hatte. Dieser strategische Fehler hat sie jetzt die Teilhabe an der Macht gekostet. Denn ausgerechnet bei einem solchen Projekt sind keine Kompromisse möglich. Eine Straße wird gebaut oder nicht gebaut. Ein Mittelding gibt\'s da nicht. Die in diesem Jahr so erfolgsverwöhnten Grünen haben die Duldungsfähigkeit ihres Wunschpartners überschätzt. Wer so schrille Töne anschlägt und dem möglichen Partner schon vor der Ehe die Pistole auf die Brust setzt, darf sich nicht wundern, wenn der die Lust an einer gemeinsamen Zukunft verliert. Dass Wowereit die Gespräche abrupt abbrach und auf ein rot-schwarzes Bündnis zusteuert, ist daher logische Folge unüberwindbarer inhaltlicher Diskrepanzen. Warum hätte er schließlich einlenken sollen, wenn er die Wahl zwischen zwei Bündnissen hat? In einer rot-grünen Koalition hätte die Glaubwürdigkeit beider Parteien auf dem Spiel gestanden. Und bis zur Bundestagswahl in zwei Jahren kann noch viel passieren. Isabell Funk, Chefredakteurin
Kohlgemüse liefert so viele Vorteile auf einmal wie kaum ein anderes Gemüse. Kohl ist vielseitig einsetzbar und besonders in der kalten Jahreszeit ein wichtiger Vitaminlieferant. mehr...
Finden Sie uns auf Facebook und auf Twitter | Kommentare: Kommentar schreiben