Der Mercedes-Benz CLS Shooting Brake ist ein luxuriöses Kombi-Coupé für Kunden, die Wert auf Individualität legen und selbst bewusst einen gehobenen Status demonstrieren.
Der Mercedes-Benz CLS Shooting Brake ist ein viertüriges Coupé mit großem Gepäckabteil. Foto: Daimler
Stuttgart. "Autos sprechen eine ganz besondere Sprache", sagt der Verkehrspsychologe Reinhold Ellinghaus. Warum sonst räumt mancher Autofahrer schnell die linke Spur der Autobahn, wenn ein Lamborghini in seinem Rückspiegel auftaucht, nicht aber, wenn ein Ford Fiesta erscheint? Und warum ist der VW CC - technisch nahezu komplett vom Passat abgeleitet, aber mit weniger Raumangebot und teurer - für viele das begehrens wertere Automobil? Weil solche Karossen Botschaften aussenden: Seht her, wer hier drin sitzt, hat es eilig. Und er hat es zu etwas gebracht, ist stilsicher.
Auf diese psychologischen Erkenntnisse setzt Mercedes-Benz mit einer Neuheit, die sich ab 6. Oktober an eine besondere Kundschaft wendet. Der CLS Shooting Brake ist ein Kombi in Coupé-Form, mit fließenden Linien und einem Zugewinn von 70 Litern Kofferraumvolumen im Vergleich zum bisherigen CLS. Maximal kann er 1550 Liter einladen. Dieses Plus an Ladevolumen dürfte nicht für so beliebige Dinge wie Aktenkoffer, Kinderwagen, zwei Säcke Rindenmulch oder gar die Biertisch-Garnitur benötigt werden. Es ist vielmehr die Botschaft, man brauche ein wenig mehr Platz, um etwa am Wochenende zwei Golftaschen, Sattel und Zaumzeug oder Ölzeug und Spinnaker zu transportieren.
Wer sich mit Hilfe des Kombi-Coupés ins rechte Licht rücken will, zahlt für das Nischenmodell mindestens 61 761 Euro. Dafür gibt es den Mercedes-Benz CLS Shooting Brake 250 CDI Blue Efficiency. Schon die Länge dieser Typenbezeichnung macht etwas her. Der 2,2 Liter große Diesel - es ist der einzige Vierzylinder in dieser Baureihe - leistet 204 PS/ 150 kW. Nach Norm verbraucht er 5,3 Liter Treibstoff und erreicht als einziger CLS Shooting Brake nicht die 250-km/h-Marke - bei 235 km/h ist Schluss. Den 350 CDI mit seinem 3,0-Liter-V6 und 265 PS/195 kW Leistung bekommt der Kunde für 65 628 Euro. Er verbraucht sechs Liter Diesel auf 100 Kilometer. Für rund 2700 Euro Aufpreis wird das Modell mit dem 4Matic genannten Allradantrieb ausgestattet.
Das Benziner-Trio besteht aus dem CLS 350 (306 PS/225 kW) für 66 818 Euro, dem CLS 500 (408 PS/300 kW) für 82 229 Euro und dem CLS 63 AMG (525 PS/386 kW) mit doppelt aufgeladenem 5,5-Liter-V8 für 117 512 Euro. Als Normverbrauch werden 7,3 Liter, 9,2 Liter und 10,1 Liter Super genannt. Auch hier ist eine Allradversion im Angebot: Der CLS 500 4Matic kostet 84 966 Euro.
Erwartungsgemäß souverän und dynamisch ist die Leistungsentfaltung in allen CLS-Versionen. Dabei überrascht das Basis-Dieselmodell am ehesten mit Agilität und spontanem Kraft einsatz. Immerhin werden 500 Nm Drehmoment schon bei 1600 U/min erreicht. Das ermöglicht athletische Zwischenspurts.
Der Bürzel der angedeuteten Kombiform stört in keiner Verkehrssituation, der Ausblick ist auch nach hinten tadellos. Für 4700 Euro Aufpreis stattet Mercedes den CLS Shooting Brake mit einem Kofferraumboden aus Kirschbaumholz aus, der an ein Schiffsdeck erinnert.
Der Begriff Shooting Brake stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals verwendete man spezielle Fuhrwerke, um den Bewegungsdrang ungezähmter Pferde zu bremsen (to brake). Diese Fuhrwerke mit leichten Aufbauten konnten nur Kleinigkeiten wie Jagdgewehre transportieren (Schießen, englisch: shooting).