Viele Autofahrer bezahlen nach Einschätzung der Stiftung Warentest zu viel Geld für ihre Autoversicherung. «Ein Wechsel kann sich richtig lohnen», stellt die Stiftung in ihrem neuesten Finanztestheft am Dienstag (16. Oktober) fest. Dazu müssten die Autobesitzer nur ihre Kosten mit anderen Angeboten vergleichen. Bis zum 30. November könnten sie dann die Versicherung wechseln.
Für einen 50-jährigen Audi-Fahrer, der eine umfangreiche Versicherung wünscht, ermittelten die Tester Jahrespreise zwischen 764 und 1501 Euro - ein Unterschied von 737 Euro. Noch größer sind die Preisspannen für besonders junge Fahrer, die grundsätzlich viel bezahlen müssen. Bei 19-Jährigen kann der Unterschied 2500 Euro im Jahr ausmachen.
In der Untersuchung verglichen die Tester 157 Angebote von 74 Versicherern. Dabei ging es um Haftpflicht-, Teil- und Vollkaskoversicherungen in verschiedenen Schadenfreiheitsklassen. Eine Leserumfrage ergab ähnliche Resultate: Im Durchschnitt sparten die Fahrer durch einen Wechsel 122 Euro im Jahr, in Einzelfällen bis zu 1200 Euro.
Besonders günstig sind laut Stiftung Warentest Versicherungen, die hauptsächlich über das Internet und telefonisch erreichbar sind. Das bietet sich besonders bei der Haftpflichtversicherung an. Bei Kasko-Versicherungen sollten die Kunden allerdings die angebotenen Leistungen sorgfältig vergleichen. Manche Billig-Anbieter bezahlen nicht hundert Prozent der Schäden, wenn der Fahrer grob fahrlässig war.
Sparen lässt sich auch ohne einen Wechsel. Viele Warentest-Leser riefen ihre Versicherung an, berichteten von einem günstigeren Angebot und handelten so eine Beitragssenkung heraus.
Eine am Montag (15. Oktober) vorgestellte Untersuchung der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht hatte ebenfalls Beitragsunterschiede von weit über tausend Euro ergeben. Am teuersten waren die Autoversicherungen demnach in Berlin: die hohe Verkehrsdichte und die Unfallgefahr sowie die vielen Diebstähle treiben die Preise. Aber auch in allen anderen Gegenden Deutschlands stiegen die Preise für Kfz-Versicherungen: im Vergleich zu 2011 um durchschnittlich 6,9 Prozent.
Autos können in Deutschland auf verschiedene Arten versichert werden: Die Haftpflichtversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie bezahlt Schäden, die entstehen, wenn ein Autofahrer durch eigene Schuld andere Fahrzeuge beschädigt oder Menschen verletzt. Die Teilkaskoversicherung kommt üblicherweise für Schäden durch Diebstahl, Sturm oder Unfälle mit Wildtieren auf. Die Vollkaskoversicherung wiederum übernimmt selbst verschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug.
Die Preise für die Versicherungsprämie hängen von vielen Faktoren an. Die wichtigsten sind: Alter, Erfahrung und Wohnort und Fahrers; Wert, Alter und Leistung des Autos; zurückgelegte Strecke pro Jahr sowie Selbstbeteiligung bei Schäden.
Abhängig davon, wie lange ein Fahrer sein Auto unfallfrei bewegt, teilt ihm seine Versicherung eine Schadenfreiheitsklasse zu. Anfänger zahlen oft das doppelte des Grundbeitrags (200 Prozent). Die Preise für ältere Fahrer können nach Jahren auf bis zu 30 Prozent gesenkt werden.
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