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Datum: 07. September 2012 | Mehr aus diesem Ressort: berichte
Autor: Von Thomas Geiger, dpa Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Berlin (dpa) Drucken  E-Mail

Alle gegen den Golf: Der VW-Bestseller im Konkurrenz-Check

Nirgendwo ist die Qual der Wahl für Autokäufer größer als in der Kompaktklasse. Nahezu alle Hersteller wollen vom Erfolg des VW Golf etwas abhaben. Zum Start der siebten Generation des Klassenprimus ist das Gedränge auf dem Golfplatz besonders groß.

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Mit dem neuen Golf 7, der zum unveränderten Grundpreis von 16 975 Euro am 12. November in den Handel kommt, will Volkswagen die Erfolgsgeschichte des kompakten Klassenprimus fortschreiben. In keiner anderen Pkw-Klasse sei die Dominanz eines einzelnen Modells so groß wie bei den Fünftürern zwischen vier und viereinhalb Metern mit Grundpreisen um 15 000 Euro, erklärt Nick Margetts, Chef des Marktbeobachters Jato Dynamics. «Das Segment heißt nicht umsonst Golf-Klasse.» Nahezu alle anderen Autohersteller sehen das als Ansporn, den Wolfsburgern mit Konkurrenzmodellen die Stirn zu bieten.

Weil die Kompaktklasse laut Margetts mit einem Marktanteil von 21 Prozent das größte Segment ist, wollen die meisten Autobauer etwas vom Kuchen abhaben. An Golf-Gegnern mangelt es nicht: Die Auswahl an Kompakten ist größer als in jedem anderen Segment. «Die Chancen auf Erfolg sind aber begrenzt», sagt Margetts. Seit es den Golf gebe, sei er das meistverkaufte Auto im Land. «Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn ein anderer Kompakter den Primus vom Thron stürzt.»

Allein schon innerhalb des VW-Konzerns bekommt der Golf 7 reichlich Gegenwind: So startet nach Angaben von Seat fast zeitgleich der technisch weitgehend identische Leon. Und Skoda sorgt in der Kompaktklasse am oberen Ende mit dem Octavia und darunter mit dem komplett neuen Rapid für Konkurrenz im Konzern.

Die beiden wichtigsten Wettbewerber kommen aus Deutschland: Opel setzt auf dem Golfplatz auf den Astra und hat den mindestens 14 990 Euro teuren Kompakten pünktlich zur VW-Premiere überarbeitet. Bei Ford heißt der Herausforderer Focus, der zu Preisen ab 16 950 Euro bei den Händlern steht. Erstmals gibt es dieses Auto mit einem Dreizylindermotor für Spritsparer und für Sportler als Focus ST mit 184 kW/250 PS.

Obwohl in Frankreich vor allem Kleinwagen und Vans gefragt sind, bedienen auch Peugeot, Citroën und Renault die Kompaktklasse. Die Löwenmarke hat zu Preisen ab 17 200 Euro den 308 im Programm. Von Citroën gibt es den mindestens 16 190 teuren C4. Und wenn eine Raute am Kühlergrill prangen soll, steht ab 15 990 Euro der Renault Mégane bereit.

In Asien wird ebenfalls gerne Golf gespielt: So hat Toyota für den Pariser Automobilsalon Ende September die zweite Generation des Auris angekündigt, der wieder mit einem Hybridantrieb erhältlich sein wird. Mazdas Hoffnungsträger im Segment ist die für 2013 avisierte Neuauflage des Mazda3. Honda baut auf den 2011 erneuerten Civic (ab 16 950 Euro). Kia und Hyundai haben die Schwestermodelle Cee'd (ab 14 490 Euro) und i30 (ab 15 990 Euro) im Angebot. Unter amerikanischer Flagge fährt der in Korea produzierte Chevrolet Cruze für mindestens 14 990 Euro. Mitsubishi und Nissan haben dem VW Golf derzeit so recht nichts entgegenzusetzen.

«Weltweit ist die Kompaktklasse eines der wachstumsstärksten Segmente», fasst Daimler-Chef Dieter Zetsche die Prognosen für die nächsten Jahre zusammen. Das erklärt, weshalb auch die Nobelmarken plötzlich verstärkt kleinere Brötchen backen und mit Macht in die Kompaktklasse drängen: Mercedes hat erst vor kurzem die A-Klasse vom angestaubten Hochdachmodell zum Kompaktsportler umgestrickt (ab 23 979 Euro). BMW stellte dem 1er (ab 21 900) einen Dreitürer und eine sportliche M-Version zur Seite. Und für 22 500 Euro ist seit Ende August der neue Audi A3 zu haben.

Kompaktwagenkäufern mit gehobenen Ansprüchen kommen auch ausländische Autobauer entgegen, zum Beispiel Lancia mit dem Delta (ab 21 350 Euro) und Alfa Romeo mit der Giulietta (ab 18 950 Euro). Der schwedische Hersteller Volvo betritt mit dem V40 (ab 24 680 Euro) als seinem ersten fünftürigen Kompaktklassemodell in der Premium-Ecke Neuland. Aus Frankreich kommt der mindestens 20 950 Euro teure Citroën DS4 und aus Japan der Lexus CT 200h, der bei einem Grundpreis von 29 200 Euro mit einem Hybridantrieb ausgestattet ist. Außerdem will Infiniti bald ein kompaktes Einstiegsmodell bauen.

Der VW Golf genießt in Deutschland eine Sonderstellung. Er dominiert nicht nur die Kompaktklasse, sondern ist mit einem Gesamtmarktanteil von 6 Prozent auch insgesamt das meistverkaufte Auto in Deutschland, sagt Nick Margetts vom Marktbeobachter Jato Dynamics. In anderen Ländern sieht die Sache ganz anders aus.

In Frankreich zum Beispiel werden die meisten Fahrzeuge in der Kleinwagenklasse verkauft. Der Bestseller ist dort mit einem Gesamtmarktanteil von ebenfalls 6 Prozent der Renault Clio. Auch in Italien geben die Kleinwagen den Ton an (33 Prozent), an der Spitze fährt der Fiat Panda. Die Japaner sind noch etwas bescheidener: Sogenannte Kei-Cars (Kleinstwagen) kommen dort auf einen Marktanteil von 34 Prozent, besonders beliebt ist der Honda Fit, der hierzulande Jazz heißt.

In Amerika sind die meistverkauften Autos ein paar Nummern größer. Stärkstes Segment ist dort mit 17 Prozent das der mittelgroßen Limousinen wie dem Toyota Camry. Der Bestseller spielt allerdings in einer anderen Liga: Mit einem Anteil von 4 Prozent dominiert der monströse Pick-up der Ford F-Serie den Gesamtmarkt.




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