Die Lebensläufe der Schulabgänger in Ost und West, die 1989/1990 ihre Studienberechtigung erworben haben, ähneln sich weitgehend. In mancher Hinsicht sind die Ostdeutschen allerdings erfolgreicher. Das geht aus einer Studie des HIS-Instituts für Hochschulforschung in Hannover hervor. So nahmen zwei Drittel (67 Prozent) von ihnen bis zum Januar 1992 ein Studium auf. Im Westen waren es etwas weniger (62 Prozent). Rund 20 Jahre später sind von den Ostdeutschen 92 Prozent erwerbstätig. Bei den Westdeutschen sind es 89 Prozent.
Die meisten des Jahrgangs 1989/1990 arbeiten inzwischen in einer vergleichsweise hohen beruflichen Position: So haben von den Ostdeutschen 71 Prozent einen Job beispielsweise mit Personal- oder Etatverantwortung. Bei den Westdeutschen sind es 69 Prozent. «Wir hatten erwartet, dass es bei den ostdeutschen Schülern nach der Wiedervereinigung Anlaufschwierigkeiten gibt», sagt Michael Schramm vom HIS. Doch die Studie belege im Gegenteil, dass sie sich schnell zurechtfanden.
Rund 20 Jahre später nach der Wende sind die ostdeutschen Akademiker sogar zufriedener mit ihrem beruflichen Erfolg als die westdeutschen. So sagten 64 Prozent von ihnen, sie seien «zufrieden» oder «sehr zufrieden». Bei den Westdeutschen waren es 61 Prozent. Unterschiede gibt es vor allem beim Einkommen - in dieser Hinsicht stehen die Westdeutschen besser da. Sie verdienen im Durchschnitt pro Monat 4075 Euro brutto. Im Osten sind es 3650 Euro.
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