Wer die dreijährige Ausbildung zum Revierjäger absolvieren will, muss neben einem hohen Maß an Verantwortung auch großes Umweltbewusstsein mitbringen. Pro Jahr werden bundesweit nur 30 Lehrlinge ausgebildet.
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Die Jagd ist längst keine reine Männerdomäne mehr. Auch Frauen können die Ausbildung zum Revierjäger absolvieren. foto: dpa
Saarbrücken. Während Förster auch die wirtschaftliche Nutzung und Pflege des Holzes im Auge behalten, kümmern sich Berufsjäger, zu denen die Revierjäger gehören, vornehmlich um den Wildbestand und dessen Lebensraum. Wer Berufsjäger werden möchte, muss gerne draußen in der Natur sein und sich auf lange Nachtschichten einstellen. Revierjäger kümmern sich um den Erhalt von natürlichem Lebensraum und machen sich für eine nachhaltige Bewirtschaftung stark. Es ist ein Beruf für Zupacker, der aber auch ein großes Maß an Wissen und Verantwortung erfordert, schließlich ist man häufig mit einer Waffe unterwegs.
Wie bei allen Ausbildungsberufen muss man zunächst einen anerkannten Ausbildungsbetrieb finden. Ausbildungsplätze finden sich flächendeckend in fast allen Bundesländern, wenngleich deren Anzahl überschaubar bleibt: Pro Ausbildungsjahr ist die Zahl der Ausbildungsplätze in ganz Deutschland wegen der Kapazitäten der Betriebe auf 30 begrenzt.
Revierjäger werden zu wollen, ist also eine exklusive Sache. Drei Jahre dauert die Ausbildung, die sich in 13 Lehrfelder aufteilt. In der Berufsfachklasse für Revierjäger im niedersächsischen Northeim werden die angehenden Berufsjäger ein Jahr lang überwiegend theoretisch geschult, das zweite und dritte Jahr, der praktische Teil der Ausbildung, findet dann im Ausbildungsbetrieb statt.
Anfang September begann an der Berufsschule der erste Unterrichtsblock für das erste Lehrjahr. Vermittelt werden Kenntnisse über die Hege von Wildtieren, Boden-, Wetter- und Klimakunde, Hunde- und Waffenkunde und die Ausübung der Jagd. Themen wie Wildkrankheiten, Wildbrethygiene und Vermarktung erlegter Tiere stehen ebenfalls auf dem Unterrichtsplan. Außerdem erfahren die Auszubildenden, mit welchen Mitteln sie Biotope schützen und die Lebensräume der Tiere besser gestalten können.
In der Praxis lernen die künftigen Berufsjäger, wie Hochsitze gebaut und Wildschäden vermieden und reguliert werden. Die Ausbildungsverordnung schreibt eine Zwischenprüfung vor, die am Ende des zweiten Jahres in Praxis und Theorie abgelegt wird, ein Jahr später folgt die Abschlussprüfung.
Ihrem Beruf können Revierjäger später vielerorts nachgehen, wobei sich nach Einschätzung des saarländischen Wildmeisters René Wiese zunehmend Bedarf in den Forstverwaltungen der Länder ergibt. Entweder übernehmen die Berufsjäger die komplette Organisation großer Eigenjagdbezirke oder von gemeinschaftlichen Jagdbezirken. Aber auch dort, wo die Jagd mangels Jäger nicht mehr ausgeübt werden kann, oder wo der Pächter seine Abschusszahlen nicht erfüllt, können Berufsjäger eingesetzt werden. Berufliche Perspektiven bieten sich mit der Weiterbildung zum Revierjagdmeister, später durch die Ernennung zum Revieroberjäger und zum Wildmeister. Gefragt ist das Wissen der Berufsjäger auch im politischen Umfeld. Geht es um Wünsche zu Änderungen in der Jagdgesetzgebung, äußern sich Berufsjäger über ihren Dachverband, den Bundesverband Deutscher Berufsjäger, zu entsprechenden Vorhaben.
Extra
Um in die Berufsausbildung einzusteigen, benötigt man wenigstens einen Hauptschulabschluss. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Bis zur Abschlussprüfung werden durchschnittlich 600 Euro an Ausbildungsvergütung monatlich gezahlt, anschließend kann mit einem Anfangsgehalt von etwa 2200 Euro gerechnet werden. mf
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