Für viele junge Männer ist die Ausbildung in der Kraftfahrzeugbranche ein Traumjob. Die Anforderungen sind hoch, wie Michael Schwall bestätigt. Er erzählt in der Serie "Ausbildung im Fokus" von Job und Hobby.
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Seit seiner Kindheit liebt Michael Schwall das Kartfahren. Der Lehrling hat auch schon einen PKW zum Rallye-Auto umgebaut. TV-Foto: Heribert Waschbüsch
Waldrach. Die Idee, sich vom eigenen Vater ausbilden zu lassen, erscheint vielen Jugendliche abwegig. Michael stellte sich diese Frage erst gar nicht, denn Manfred Schwall war für ihn seit jeher ein Vorbild. Als der Senior im Sommer 2002 den KFZ-Betrieb in Waldrach übernahm, in dem er selbst schon gelernt hatte, stellte er damit auch die Weichen für seinen damals zehnjährigen Sohn. So wuchs der Junge in den elterlichen Betrieb und gleichsam in den Beruf hinein.
Sichtungslauf in Valencia
"Ich hoffe schon, dass ich später einmal den Betrieb von meinem Vater übernehmen kann", gibt Michael zu, Gesellenbrief und den späteren Meister natürlich vorausgesetzt. Auch jenseits des Familienbetriebs zeigt der Azubi Interesse: "Ich habe Anfang des Jahres ein zweiwöchiges Praktikum bei der Mercedes Veredelungsfirma Carlsson absolviert. Dort habe ich Einblick bekommen, wie exklusive Modifikationen, also Tuning an Motoren, an Karosserie und Fahrwerk, durchgeführt werden und auch gesehen, wie die Firma Innenräume veredelt." Derzeit absolviert Michael Schwall ein Praktikum beim Karosserie- und Lackierbetrieb Palette in Trier.
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Der KFZ-Meister hat seinem Spross jedoch nicht nur eine Vorliebe für das Reparieren von Autos, sondern auch eine ausgeprägte Leidenschaft für Wettrennen vererbt. "Schon als Kleinkind sauste Michael auf seinem Bobbycar begeistert die Waldracher Straßen rauf und runter. Es gibt wohl keinen fahrbaren Untersatz, den er in seiner Kindheit und Jugend ausgelassen hat", berichtet Manfred Schwall.
Seit seinem elften Lebensjahr fährt Michael - wie der Senior - leidenschaftlich gerne Kart. Mittlerweile 19-jährig ist er immer noch nicht zu bremsen. Seine Rennen trägt der angehende KFZ-Geselle nun in den Vereinen KCT und beim WAKC (Westdeutscher ADAC Kart Cup) aus, wo er bereits mehrmals auf den vordersten Plätzen landete. 2009 wurde er im KCT Saison-Vizemeister, und erst vor wenigen Tagen Herbstpokalmeister 2011.
Auch überregional war Michael schon erfolgreich, zudem hat er sich bereits zweimal für den Bundesendlauf im Kartrennen qualifiziert. "Kürzlich wurde ich zum dritten Mal zum ADAC Bundesendlauf eingeladen und wurde dieses Jahr neunter von 31 Fahrern Deutschlands", erzählt er stolz.
Beim Westdeutschen ADAC Kart Cup landete der junge Mann von 21 Fahrern auf Platz fünf. Dies brachte ihm die Einladung zum Sichtungslauf des Formel BMW Talent Cup in diesen Tagen in Valencia. "Dort darf ich einen Formel-Test fahren. Wenn ich bei diesem Sichtungslauf gut abschneide, dann stehe ich nächste Saison in dem Formel BMW Talent Cup für ein Jahr unter Vertrag", ist Michael Schwall schon aufgeregt.
Bei so viel Leidenschaft für schnelles Fahren überrascht es nicht, dass der Auszubildende im vierten Lehrjahr derzeit einen PKW zum Rallye-Auto umbaut. "Wer so viel Begeisterung in seinen Beruf einbringt, liegt natürlich auch in der Ausbildung weit vorn", sagt Handwerkspräsident Rudi Müller über den Lehrling. Die HWK zeichnete Schwall als vorbildlichen Azubi aus. Bei der Zwischenprüfung zeigte Michael bereits sehr gute Leistungen. Auch die anderen sechs Lehrlinge, die Manfred Schwall ausgebildet hat, hätten stets gute Ergebnisse erzielt.
Extra
Kraftfahrzeugmechatroniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf. Die bundesweit geregelte dreieinhalbjährige duale Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt eine Vertiefung in einem der Schwerpunkte Fahrzeugkommunikationstechnik, Motorradtechnik, Nutzfahrzeugtechnik oder Personenkraftwagentechnik. Aufgaben: Sie warten PKW und setzen sie instand. Dazu analysieren Kraftfahrzeugmechatroniker/innen mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik elektrische, elektronische und mechanische Systeme wie Brems- und Lenkassistenten, Automatikgetriebe oder Komponenten des Motormanagements, stellen Fehler und Störungen fest und beheben sie. Zur Fehlerdiagnose setzen sie computergestützte Mess- und Prüfsysteme ein. Defekte Teile reparieren sie oder tauschen sie aus Nach Kundenwunsch rüsten sie die PKW auch mit Zusatzausstattungen aus. Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik sind zumeist in Werkstätten tätig. In der industriellen Fertigung arbeiten sie nach genau festgelegten Arbeitsabläufen an Fertigungsstraßen. Aufstieg und Studium: Wer sich das Ziel gesetzt hat, beruflich voranzukommen, kann aus einer Palette an Angeboten zur Aufstiegsweiterbildung wählen. Naheliegend ist es, die Prüfung zum Kraftfahrzeugtechnikermeister abzulegen. Auf Leitungs- und Spezialfunktionen bereiten auch andere Weiterbildungen vor wie beispielsweise Techniker der Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik. Kraftfahrzeugmechatroniker mit dem Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik, die eine schulische Hochschulzugangsberechtigung besitzen, können studieren und beispielsweise einen Bachelorabschluss im Bereich Fahrzeugtechnik erwerben. Ausbildungsvergütungen: Im ersten Lehrjahr verdienen sie 532 Euro, im zweiten Lehrjahr 564 Euro, im dritten Lehrjahr 604 Euro und im vierten Lehrjahr 649 Euro. In der Region gibt es 279 Ausbildungsbetriebe. Freie Ausbildungsstellen für 2012: Fachrichtung Nutzfahrzeugtechnik 5, Fachrichtung Personenwagentechnik 51. Voraussetzungen: Ordentlicher Hauptschulabschluss, in der Regel erwarten Betriebe eine mittlere Reife. hw
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