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Datum: 17. September 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Familie
Autor: Von Andreas Rabenstein, dpa Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Berlin (dpa) Drucken  E-Mail

«Alkohol? Kenn dein Limit»: Weniger Rauschtrinken bei Mädchen

Die Berichte von volltrunkenen Kindern und Jugendlichen und «Komasaufen» bei Partys sorgten vor einiger Zeit für Aufregung. Umfangreiche Kampagnen wurden gestartet. Die Ergebnisse sind keineswegs so eindeutig, wie es die Initiatoren gerne hätten.

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Die Präventions-Kampagne «Alkohol? Kenn dein Limit» hat bei sehr jungen Jugendlichen und Mädchen zu gemäßigterem Trinken geführt. Junge Männer trinken dagegen praktisch unverändert weiter. Die Kampagne sei trotzdem ein Erfolg und sollte auch über das nächste Jahr hinaus fortgesetzt werden, sagten Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Elisabeth Pott, am Montag (17. September) in Berlin.

Drei Jahre liefen Kinospots gegen das «Komasaufen» von Kindern und Jugendlichen. Plakate zeigten die Auswirkungen des Vollrausches, junge Menschen erinnerten im Auftrag der Kampagne trinkende Jugendliche an ihr «Limit». Die Resultate sind unterschiedlich.

Abgenommen hat das sogenannte Rauschtrinken (fünf oder mehr Gläser Alkohol). Der Anteil der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren, der sich mindestens einmal im Monat einen Rausch antrank, sank von 20,4 Prozent (2008) auf 15,2 Prozent (2011), wie die Initiatoren mitteilten.

Der Grund dafür ist der große Rückgang bei Mädchen und 12- bis 15-jährigen Jungen. Bei den 16- bis 17-jährigen männlichen Jugendlichen, die am meisten trinken, änderte sich dagegen wenig. 45 Prozent haben einmal im Monat einen Rausch (2008: 48,5 Prozent).

Auch bei den 18- bis 25-Jährigen ist kein Trend zur Besserung erkennbar. In dieser Gruppe stieg der regelmäßige Alkoholkonsum (einmal pro Woche) im vergangenen Jahr sogar wieder auf 39,9 Prozent, (2008: 37,1 Prozent). Elisabeth Pott von der Bundeszentrale sprach von einem «Ausreißer», der noch genauer untersucht werden müsse.

Kritik an Zielrichtung und Wirkung wies Gesundheitsminister Bahr zurück. Untersuchungen, Befragungen und die Reaktionen der Jugendlichen im Internet würden zeigen: «Die Kampagne ist gut sichtbar und kommt gut an.» Das Problem Alkoholmissbrauch gebe es auch bei Erwachsenen. Bei Kindern und Jugendlichen sei eine Verhaltensänderung beim Trinken viel leichter zu bewirken. «Wir sagen auch nicht Abstinenz, sondern verantwortungsvoller Umgang.»

Nach drei Jahren wird die Kampagne nun mit einer leicht veränderten Strategie und neuen Motiven bis 2013 weitergeführt. Jungen und Mädchen sollen künftig mit geschlechtsspezifischen Bildern und Texten angesprochen werden.




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