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Datum: 20. September 2012 | Mehr aus diesem Ressort: Familie
Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Wiesbaden (dpa) Drucken  E-Mail

Frauen in Deutschland bekommen wieder weniger Kinder

Familienpolitiker in Deutschland haben sich Kinderfreundlichkeit auf die Fahnen geschrieben. Ihr Ziel: Frauen sollen mehr Kinder bekommen. Doch Deutschland ist international immer noch Schlusslicht.

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Die Frauen in Deutschland bekommen wieder weniger Kinder. Die Geburtenziffer sank vergangenes Jahr auf 1,36 Kinder je Frau, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Im Jahr davor war die Geburtenrate etwas gestiegen (1,39), nun fiel sie wieder auf das Niveau von 2009 zurück.

Wissenschaftlern zufolge sagen kurzfristige Schwankungen nur wenig aus. Klar bleibt: In keinem anderen Industrieland bekommen Frauen in ihrem Leben durchschnittlich so wenig Kinder wie in Deutschland - und das seit Jahrzehnten.

Die Zahl, die das Statistische Bundesamt anhand der lebend geborenen Kinder von Müttern zwischen 15 und 49 Jahren ermittelt, gilt als Indikator für die Kinderfreundlichkeit in einer Gesellschaft.

«Wenn ein Land wie Frankreich über Jahre zwei Kinder je Frau hat und Deutschland nur 1,3 oder 1,4, dann wird dort offensichtlich in der Familienpolitik etwas richtiger gemacht als bei uns», sagte Steffen Kröhnert vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung.

Die Frauen in Deutschland werden zudem Mütter, wenn sie älter sind. Frauen bis 35 Jahre bekamen 2011 spürbar weniger Babys als im Jahr zuvor, die Geburtenrate bei den über 35-Jährigen legte hingegen geringfügig zu. Ein Trend, der sich laut Forschern des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in allen Industrieländern feststellen lässt: Frauen stellen ihren Kinderwunsch erst zurück - und holen ihn später im Leben nach.

Das Institut hat eine Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums veröffentlicht. Demnach kriegen Akademikerinnen wieder mehr Kinder. Westdeutsche Frauen mit Uniabschluss bekamen 2011 mit 1,34 Kindern im Schnitt wieder mehr Kinder als noch 2005 (1,24). Bei ostdeutschen Frauen mit Hochschulabschluss stieg der Wert gar von 1,49 Kindern auf 1,61.

Dennoch gebären Frauen mit Hochschulabschluss in Deutschland immer noch deutlich weniger Kinder als Frauen ohne Uniabschluss, die Geburtenrate machte auch bei ihnen ab dem 35. Lebensjahr einen Sprung nach oben.

Auch regional bleibt es in Deutschland bei Unterschieden: Während die neuen Länder seit Mitte der 90er Jahre stetig steigende Geburtenzahlen vorweisen, bleibt das Niveau auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik niedrig. In den neuen Ländern brachten die Frauen mit 1,43 Kindern erneut mehr Kinder zur Welt als in den alten Ländern (1,36).

Geburten im internationalen Vergleich

Mit Blick auf die Zahl der Geburten ist Deutschland im Ländervergleich seit Jahren statistisches Schlusslicht. In der EU war Irland 2010 Spitzenreiter. Die Geburtenzahlen werden auf 1000 Einwohner berechnet - in Klammern folgt die Geburtenziffer je Frau.

Land Zahl
Irland 17 (2,1)
Island 15 (2,2)
USA 14 (2,1)
Frankreich 13 (2,0)
Großbritannien 13 (1,9)
Norwegen 13 (2,0)
Russland 13 (1,5)
Belgien 12 (1,8)
China 12 (1,6)
Dänemark 11 (1,9)
Polen 11 (1,4)
Spanien 11 (1,4)
Griechenland 10 (1,4)
Italien 9 (1,4)
Japan 9 (1,4)
Österreich 9 (1,4)
Deutschland 8 (1,4)

Quelle: Weltbank, Zahlen für 2010, gerundet, neueste vorliegende Daten.




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