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Cannabisagentur für Deutschland

Das Gesundheitsamt hat sich etwas ausgedacht, was wahrscheinlich vielen chronischen Schmerzpatienten als großer progressiver Schritt erscheinen muss. Für Deutschland soll es bald eine Cannabisagentur geben, die sich um schwerkranke Patienten kümmert und sie mit Cannabisprodukten versorgt.

21.01.2016

Bisher ist es in Deutschland noch unsäglich schwer, für Patienten an diese schonende Medizin zu kommen. In den USA kann man etwa in vielen Bundesstaaten Cannabis und seine Derivate, darunter etwa das CBD-Öl oder bestimmte Sorten wie White Widow, bereits auf Rezept bekommen. Nun wird auf politischer Ebene auch in der BRD darüber diskutiert, wie sinnvoll das hierzulande ist.

Die Agentur soll dabei nach folgendem Ablauf funktionieren: legal geerntetes Marihuana wird von der Cannabisagentur angekauft. Bereits in diesem Prozess werden alle notwendigen Qualitätsprüfungen unternommen. Danach wird verpackt und schließlich muss die Lagerung und die Logistik organisiert werden. Über diese zentrale Schnittstelle des Staates soll eben wirklich alles ablaufen, damit auch Großhändler und Vertriebler effizient mit arbeiten können.

Sinn und Zweck der Sache liegt dabei auf der Hand: die vielen deutschen Schmerzpatienten, die lieber eine natürliche und pflanzliche Alternative zu den chemischen Schmerzmittel brauchen, sollen dadurch einfach und kostengünstig Cannabis besorgen können. Bisher haben sie nämlich ein Kostenproblem. Medizinisches Cannabis kostet rund 1800 Euro im Monat, wenn man es sich legal beziehen möchte. Viele Patienten können sich das nicht leisten und bauen es deshalb lieber illegal auf dem eigenen Balkon oder im Zimmer an. Mit der Cannabisagentur will der Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) diese Straffälligkeit unterbinden.

In Deutschland haben zur Zeit ungefähr 500 Patienten eine legale Erlaubnis für die Cannabis-Nutzung gegen ihre Schmerzen. Das bisher konsumierte Gras stammt aus dem Ausland. Die Agentur würde auch diese Sachlage verändern: dann könnte Cannabis endlich legal in Deutschland angebaut und die Abhängigkeit ins Ausland aufgelöst werden.

Betroffen sind vor allem Patienten, die an Multipler Sklerose, an Krebs oder Epilepsie leiden. Für sie könnte durch die Cannabisagentur endlich ein Weg bereitet werden, der ihr Leiden etwas verringert. Für viele Anhänger von Marihuana als Freizeitdroge wird das zudem auch der erste wichtige Schritt für eine progressivere Gesetzesgebung in Bezug auf Cannabis generell sein.

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