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03.10.2014
Angehörige: Zwei Drittel der rund 2,5 Millionen Pflegebedürftigen werden zu Hause von Angehörigen gepflegt. Pflege und Beruf überlasten viele. Union und SPD wollen laut Koalitionsvertrag Erleichterungen ausbauen - etwa bei der Berufsauszeit zur Pflege. Die ambulanten Pflegeleistungen sollen denen für Pflegebedürftige im Heim angeglichen werden. Bund und Länder sollen zusammen Möglichkeiten der Kommunen beraten: Wie können Menschen länger zu Hause gepflegt werden?

Betreuung: Mehr Menschen sollen sich mit Demenzkranken, Behinderten oder psychisch Kranken beschäftigen. Heute können zu Hause Gepflegte 100, maximal 200 Euro pro Monat für die Bezahlung der Helfer bekommen. In Heimen sind neben Fachkräften für diese Aufgaben 24 000 nachqualifizierte Kräfte im Einsatz. Künftig sollen es 45 000 sein. Auch körperlich Pflegebedürftige sollen mehr Betreuung erhalten.

Caritas: Caritas ist das lateinische Wort für Hochachtung, Nächstenliebe und Wohltätigkeit. Kein Wunder also, dass eine der größten internationalen Hilfsorganisationen unter dem Namen Caritas bekannt ist. Caritas Internationalis ist der Name des Dachverbandes der in vielen Ländern tätigen Hilfsorganisation der römisch-katholischen Kirche. Der Deutsche Caritasverband wiederum ist die Dachorganisation der weiter in Diözesan- und Regionalbereiche strukturierten Hilfsorganisation. In der Region Trier zählt der Caritasverband zu den größten Anbietern ambulanter Pflegedienste und Beratungsstellen (www.caritas-trier.de).

Demenz: Die Pflegeversicherung soll besser auf die Demenz eingestellt werden. Bis zu 1,4 Millionen Demenzkranke gibt es heute in Deutschland - in knapp 50 Jahren könnten es laut Experten 2,5 Millionen sein. Bis zu 250000 nehmen keine Leistungen in Anspruch. Viele bekommen weniger Aufmerksamkeit als gut wäre. Die Ansprüche sollen eine breitere Basis bekommen: Statt heute drei Pflegestufen soll es mehr Grade der Selbstständigkeit geben - auch Einschränkungen bei Wahrnehmung und Bewusstsein sollen als Kriterium gelten.

Einkommen: Im Durchschnitt verdient eine Fachpflegekraft im Westen Deutschlands 2400 Euro. Der Mindestlohn für Hilfskräfte steigt ab Januar 2015 von 9 Euro auf 9,40 Euro.

Der Bruttoverdienst für Fachkräfte in Altenheimen liegt nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes bei rund 2800 Euro. Das Einkommen kann für herausgehobene Tätigkeiten auf 3600 Euro steigen. In Leitungsfunktionen liegt in Altenheimen der Bruttoverdienst bei 5000 Euro. Geringer ist das Einkommen in der Regel im ambulanten Bereich. In Luxemburg verdienen Fachkräfte im ambulanten Dienst netto etwa 3000 Euro.

Fußpflege: Bei der Grundversorgung von Pflegebedürftigen muss man zwingend zwischen der normalen, täglichen Fußpflege (Pediküre) und der medizinischen Fußpflege (Podologie) unterscheiden. Die normale Pflege der Füße dürfen die Mitarbeiter des Pflegedienstes oder der stationären Einrichtung ohne Einschränkung durchführen. Dazu gehört: das Waschen der Füße oder ein Fußbad das Abtrocknen der Füße nach der Grundpflege die Nagelpflege das Eincremen der Füße die Pediküre (Zehennägel schneiden und in Form bringen, Hornhaut- bzw. Hornhautschwielen entfernen). Die medizinische Fußpflege (Podologie) ist per Definition die präventive (Vorsorge), therapeutische oder rehabilitative Behandlung am gesunden, von Schädigungen bedrohten oder bereits geschädigten Fuß. Diese Leistungen dürfen nur durch staatlich ausgebildete Fußpfleger (Podologen) erbracht werden.

Gewalt in der Pflege ist immer noch ein großes Tabuthema in unserer Gesellschaft. Es ist schwierig, die Gewalt als solche aufzudecken, da die meisten Betroffenen sich schämen oder Angst haben. Außerdem suchen viele Betroffene die Schuld bei sich selbst und oftmals fehlen auch die Beweismittel.

Es stellt sich die Frage, wie definiert man in der Pflege und Betreuung von Menschen Gewalt und wie äußert sich diese? Es fängt nicht erst an, wenn Patienten erkennbar zu Schaden kommen, sondern wenn einer sagt: "Du bist krank. Du musst tun, was ich sage". Gewalt wird aus Sicht des Opfers immer anders empfunden. Es gibt nicht nur die physische Gewalt, sondern auch die psychische und strukturelle Gewalt.

Häusliche Krankenpflege ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie wird als Sachleistung von den Krankenkassen erbracht. Die Leistungen der häuslichen Krankenpflege sind nicht zu verwechseln mit der häuslichen Pflege, einer Leistung der Pflegeversicherung.

Für die Wahl eines ambulanten Pflegedienstes empfiehlt Gisela Rohmann (Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz):

Klären Sie grundsätzlich ab: Welche Hilfe genau ist für die Pflege, Hauswirtschaft oder Betreuung notwendig? Wofür möchten Sie professionelle Kräfte einsetzen? Adressen von Pflegediensten in Ihrer Nähe und eine Preisvergleichsliste erhalten Sie bei den Pflegestützpunkten oder bei Ihrer Pflegekasse.

Sprechen Sie mit mehreren Anbietern und lassen Sie sich ein konkretes Angebot erstellen. Auch Ihr persönlicher Eindruck ist wichtig. Welche Ansprüche haben Sie an die professionellen Pflegekräfte? Fragen Sie: Wie flexibel ist der Dienst? Kommt er zu einem Zeitpunkt, der für den Pflegebedürftigen gut ist? Wie viele Pflegekräfte kommen im Wechsel? Was wird von Fachkräften gemacht, was von Hilfskräften? Lassen Sie sich vom Pflegedienst das Abrechnungsverfahren erklären und einen Kostenvoranschlag für ein konkretes Leistungsangebot erstellen! Der Voranschlag gibt Ihnen auch Auskunft darüber, ob die bewilligten Mittel der Pflegekasse ausreichen und wie viel Sie zuzahlen müssen. Im Vertrag zwischen Kunden und Pflegedienst müssen Leistungen und Kosten geregelt sein.

Inkontinenz bezeichnet das Unvermögen, Urin oder Stuhl zurückzuhalten. In Deutschland leiden daran 6 bis 8 Millionen Menschen. Es ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, dem organische Störungen zugrunde liegen können. Allgemein erklärt sich die hohe Zahl an Inkontinenz-Patienten mit der Überalterung der Bevölkerung. Neben organischen Ursachen können auch psychische Faktoren inkontinenzbegünstigend wirken. Bei älteren Menschen wird die Inkontinenz zusätzlich durch intellektuellen Abbau und Mehrfacherkrankungen begünstigt. Für Pflegebedürftige ist die Inkontinenz und die damit verbundene Belastung für die Angehörigen einer der häufigsten Gründe für die Unterbringung in einem Pflegeheim.

Johanniskraut wird in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet. Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung bei der Behandlung von Depressionen. Die genaue Wirkweise ist unbekannt. Nebenwirkungen: Verstopfung, Mundtrockenheit, Lichtempfindlichkeit, Benommenheit, Verwirrtheit. Mehrere Wechselwirkungen mit verschiedenen Arzneimitteln.

Körperpflege: Sie ist Bestandteil der Grundpflege und umfasst folgende Hilfestellungen entsprechend des Leistungskataloges der Pflegekassen: Kleine Körperpflege (Teilwaschung), Große Körperpflege, Hilfestellung beim Duschen / Baden, Fußbad, Haarpflege, Rasur, Nagelpflege, Mund- und Zahnhygiene sowie Prothesenpflege, Hautpflege, Hilfe beim An- und Auskleiden, Anlegen von Prothesen.

Lohnersatz bei Pflegeorganisation: Wer Pflege daheim organisieren muss, hat Recht auf zehn Tage Auszeit - künftig soll es dafür Lohnersatz geben, ähnlich wie bei Kinderkrankengeld. Kritik: Anders als bei kranken Kindern wird nur einmal gezahlt.

Mobilisation: Die Mobilisation fördert die Bewegungsfähigkeit des Pflegebedürftigen. Sie umfasst gezielte Bewegungsübungen mit den Zielen: Wiederherstellung der Beweglichkeit; Verminderung des Krankheitsempfindens; Steigerung des Selbstwertgefühls; Vermeidung von Folgeerkrankungen (zum Beispiel Dekubitus) durch aktive und passive Bewegungsübungen.

Gehübungen: Hilfe beim Treppensteigen; Anleitung bei der Nutzung von Gehilfen; Mobilisierung nach Bettlägerigkeit, Spaziergänge; Hilfe beim Aufstehen und Zubettgehen.

Im Bett: aktivierende Pflege und Frühmobilisation. Anheben, Aufsetzen, Sitzen am Bettrand (zur langsamen Gewöhnung an die aufrechte Haltung).

Außerhalb des Bettes: Sitzen im Lehnstuhl, Glocke, Brille, Getränk, Buch, Taschentuch in Reichweite; Umhergehen, Treppensteigen, etc.

Nahrungsergänzungsmittel: Dazu zählen alle Produkte, die in Form von Pillen, Kapseln, Tabletten oder Lösungen, Vitamine, Mineralstoffe, Kräuter, Aminosäuren oder einen anderen bekannten Nährstoff enthalten und als Ergänzung zur normalen Ernährung gedacht sind. Viele Patienten nehmen Nahrungsergänzungsmittel zu sich, weil sie glauben, sie wären gut für die Gesundheit oder würden eine wirksame Behandlung für bestimmte Krankheiten sein.

Vor allem im Alter ist bei der Zuführung von Nahrungsergänzungsmitteln mit Blick auf eventuell vorhandene Grunderkrankungen (zum Beispiel eingeschränkte Nierenfunktion) und der ärztlich verordneten Medikation ein sehr vorsichtiges Handeln anzuraten. Der Arzt sollte in jedem Fall informiert werden. Auch der Apotheker gibt Auskunft.

O oder 0: Der Begriff Pflegestufe 0 wird von den Pflegekassen, eher nicht verwendet. Unter Patienten, Angehörigen und Pflegedienstleistern hat er sich im Zusammenhang mit der Pflegereform 2008 jedoch teilweise eingebürgert. Die korrekte Bezeichnung dieser Leistung der Pflegeversicherung lautet: Zusätzliche Betreuungsleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz.

Anspruchsberechtigt sind Pflegebedürftige ohne Pflegestufe, Pflegebedürftige mit Pflegestufe 1, Pflegebedürftige mit Pflegestufe 2, Pflegebedürftige mit Pflegestufe 3 oder 3+ Härtefall,

die an einer Demenz oder ähnlichen Erkrankungen leiden und dadurch ein erhöhtes Maß an Beaufsichtigung und Betreuung benötigen. Mit der Pflegestufe 0 sind zudem die Patienten ohne Pflegestufe gemeint, deren Pflegebedarf unter 45 Minuten Grundversorgung am Tag liegt.

Die zusätzlichen Betreuungsleistungen sind Pflegesachleistungen, das heißt, sie werden nicht ausgezahlt, sondern mit in Anspruch genommenen Leistungen (zum Beispiel einer Tagespflege) verrechnet. Sie betragen im Grundbetrag 100 Euro monatlich; für den erhöhten Betrag 200 Euro monatlich.

Pflegeversicherung: Seit der Einführung der Pflegepflichtversicherung 1995 ist jede Person mit Wohnsitz in Deutschland verpflichtet, neben dem Krankheitsrisiko auch das Pflegerisiko mit einer eigenen Versicherung abzusichern. Die bildet - neben der gesetzlichen Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung - den jüngsten Zweig der Sozialversicherungen und somit deren "fünfte Säule". Jede gesetzliche Krankenkasse und jede private Krankenversicherung ist verpflichtet, auch eine Pflegeversicherung anzubieten.

Qualifizierungsinitiative: Das Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz hat 2011 die "Fachkräfte- und Qualifizierungsinitiative Gesundheitsfachberufe 2012-2015" gestartet. Dabei wurden Informationen zur aktuellen Arbeitsmarktlage in 18 Gesundheitsfachberufen erhoben und zukünftigen Entwicklungen vorausberechnet. Seit 2012 gibt es innerhalb dieses Landesleitprojekts auch eine Vereinbarung zum Berufsfeld Pflege. Die Umsetzung erfolgt seit Januar 2013. Rehabilitation beinhaltet alle Maßnahmen, die akut oder chronisch kranken oder davon bedrohten Menschen ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben mit Teilnahme an allen relevanten Lebensaktivitäten ermöglichen sollen.

Rehabilitation beinhaltet alle Maßnahmen, die akut oder chronisch kranken oder davon bedrohten Menschen ein möglichst selbstständiges und selbstbestimmtes Leben mit Teilnahme an allen relevanten Lebensaktivitäten ermöglichen sollen. Ziel einer Rehabilitation: Vorbeugen einer drohenden Beeinträchtigung; Wiederherstellung von Gesundheit; Eingliederung in den Arbeitsprozess; Eingliederung in die Gesellschaft. Im Idealfall findet die Rehabilitation in geplanten Etappen, unter Einbeziehung und enger Vernetzung verschiedener Einrichtungen statt, bei denen jeweils das medizinische Geschehen, die berufliche Qualifizierung oder die soziale Eingliederung im Vordergrund stehen.

Reha-Care, eine der größten Fachmessen für den Bereich Rehabilitation und Pflege, findet noch bis 27. September in Düsseldorf statt. Alle Informationen dazu finden Sie unter rehacare.de

Sozialstationen sind Einrichtungen von privaten oder öffentlichen Trägern der Freien Wohlfahrtspflege, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, betreuungsbedürftigen Menschen Alten- und Krankenpflege in der jeweils eigenen Wohnung gegen Entgelt zukommen zu lassen. Im Mittelpunkt der Hilfe steht der ganze Mensch im Zusammenspiel von Körper, Seele und sozialem Umfeld. Sozialstationen sind Teil der professionellen Alten- beziehungsweise Krankenpflege - deshalb ist der manchmal verwendete Begriff häusliche Alten- und Krankenpflege nicht ganz genau, sondern eher ein Oberbegriff für verschiedene Tätigkeitsbereiche der Sozialstationen und ambulanten Dienste. Dienste von gewerblichen Anbietern laufen häufig unter dem Oberbegriff ambulante Pflegedienste. Dieser ist allerdings weniger gebräuchlich, weil historisch die Sozialstationen als kirchliche Dienstform verbreiteter waren.

Tag der Pflege: Weltweit steht der 12. Mai im Zeichen der Pflegeberufe, denn an diesem Tag wird der internationale Tag der Pflege (auch: Tag der Krankenpflege, Tag der Pflegeberufe) gefeiert. Das Datum des Aktionstages geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820-1910) zurück, die als Pionierin der modernen Krankenpflege gilt. Nightingale wird in Großbritannien vor allem für ihr Wirken während des Krimkrieges verehrt und firmiert aufgrund dieser Zeit dort auch unter dem Namen Lady with the Lamp, da sie während ihrer Einsätze im Feldlazarett die Verwundeten häufig im Schein einer Petroleumlampe pflegte. Wie in der angelsächsischen Tradition üblich, wird dabei immer der Geburtstag, nicht der Todestag als Datum für einen solchen Gedenktag genutzt. Das Aktionsziel wird in Deutschland jedes Jahr neu definiert. Es stand in diesem Jahr unter dem Motto: Pflegefachpersonen: eine Kraft für den Wandel - unverzichtbar für die Gesundheit.

Unfallversicherung: Rechtsfragen sind für pflegebedürftige Menschen ebenso relevant wie für Pflegende. Besonders wichtig sind dabei Fragen um Unfallschutz. Bei der Pflege von Angehörigen besteht grundsätzlich die Gefahr eines Unfalls. Pflegepersonen stehen daher unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Dieser Unfallschutz ist beitragsfrei, denn die Kosten werden von den Gemeinden getragen. Unfallversichert sind nach Angaben des Gesetzgebers alle Familienangehörigen, Nachbarn oder befreundete Personen, die nicht erwerbsmäßig häusliche Pflege leisten. Voraussetzung ist, dass die Pflegetätigkeit einer in eine Pflegestufe eingestuften Person zugutekommt, nicht erwerbsmäßig geleistet wird, in der häuslichen Umgebung stattfindet und mindestens 14 Stunden in der Woche erbracht wird. Weitere Informationen gibt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung. Wenn pflegende Angehörige für einige Stunden eine "Pause, Auszeit, Zeit für sich selber" nehmen möchten und sie dafür eine Ersatz-Pflegeperson suchen und jemanden dafür finden, stehen ihnen, beziehungsweise genau genommen der versicherten Person, im Rahmen der Pflegeversicherung zur Bezahlung dieser Pflegekraft 1550 Euro für die sogenannte Verhinderungspflege zu. Es erfolgt eine Aufrechnung mit den noch nicht in Anspruch genommenen Sachleistungen bzw. dem Pflegegeld. Allerdings bleibt der Pflegeperson seit Beginn 2013 der Pflegegeldanspruch zur Hälfte erhalten. Anspruch auf die Finanzierung der Verhinderungspflege entsteht erst nach sechs Pflegemonaten. Die Leistung kann auf beliebig viele Tage aufgesplittet werden. Infos dazu gibt es bei der Pflegekasse.

Wiederholungsbegutachtung: Eine Wiederholungsbegutachtung (auch Wiederholungsgutachten genannt) kann Patienten mit einer Pflegestufe betreffen. Ob, wann und in welchen Abständen dies erfolgt, wird in dem bei der Erstbegutachtung erstellten Pflegeplan festgelegt. Darin schätzt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) auch ein, ob eine Entwicklung der Pflegebedürftigkeit absehbar und deshalb eine erneute Begutachtung angezeigt ist.

X-Chromosom: Das weibliche Chromosom spielt in der Pflege eine große Rolle. Denn nicht nur die Mehrheit der professionell Pflegenden sind Frauen. Auch wenn es um die Patienten geht, sind Damen die größere Geschlechtergruppe. Das steht im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung und der Lebenserwartung. Mädchen, die heute geboren werden, dürfen damit rechnen, im Durchschnitt etwas älter als 82 Jahre alt zu werden. Bei den Jungen liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei knapp 78 Jahren. Im Alter nimmt das Risiko von chronischen Erkrankungen deutlich zu. Zwar gibt es in den Generationen bis 64 Jahre etwas mehr Männer als Frauen. Im Alter über 65 haben allerdings die Frauen einen Anteil von 57 Prozent.

Y-Stück: Das sogenannte Y-Stück ist ein Trainingsgerät für Patienten, die Probleme mit der Atmung haben. Es dient unter anderem dazu, die Atemmuskulatur zu stärken und zum Beispiel die Gefahr einer Lungenentzündung zu reduzieren. Das kleine Gerät hat die Form eines Y. Vom Mundstück zweigt ein Röhrchen in zwei Endungen. Die eine Endung dient dem Einatmen. Durch Aufsätze mit unterschiedlich großen Löchern wird dabei die Intensität variiert. Ähnlich funktioniert es mit dem Ausatmen über die zweite Endung.

Zuckerkrankheit: Zucker oder Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, die zu dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegeln führt. In Deutschland hat sich Diabetes zu einer wahren Volkskrankheit entwickelt - über sechs Millionen Menschen sind betroffen. Die meisten davon - nämlich über 90 Prozent - haben Diabetes Typ 2. Viele sind bei der Diagnosestellung älter als 70 Jahre, nur jeder Zehnte ist unter 50 Jahre alt.

Die Neigung zu Diabetes vom Typ 2 ist genetisch bedingt. Außerdem erhöhen Faktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel das Risiko für die Erkrankung. So sind etwa 80 bis 90 Prozent aller Diabetiker übergewichtig. Knapp ein Viertel sind sogar schwer übergewichtig (adipös) - mit steigender Tendenz. Neben Diabetes Typ 2 und Diabetes Typ 1, der eine Autoimmunerkrankung ist, gibt es eine Reihe weiterer Diabetesformen, die jedoch sehr selten sind.

Diabetes Typ 2 wurde früher auch als "Altersdiabetes" bezeichnet. Allerdings sind heutzutage immer mehr jüngere Menschen betroffen, weil sie aufgrund von Übergewicht und Bewegungsmangel ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Gefährlich sind nicht nur die akuten Komplikationen, sondern vor allem die Folge- und Begleiterkrankungen des Diabetes wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschwäche oder Netzhautschäden. dpa/r.n./kat


Quellen:
www.pflege-abc.info
www.pflegewiki.de
www.ukrlp.de
www.verbraucherzentrale-rlp.de
www.zuckerkrank.de
www.arznei-telegramm.de