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Datum: 18. November 2011 | Mehr aus diesem Ressort: Tagestouren
Autor: Eileen Blädel und Nora John Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Oberscheidweiler Drucken

Auf dem Pferderücken durch die Eifel

Eine kräftige Statur, eine blonde Mähne und eine gute Portion Gelassenheit: Das zeichnet die beiden Begleiter für unsere Tagestour zu Pferde aus. Kymo und Diego sind Haflinger und auf dem Mauritiushof in Oberscheidweiler zu Hause, am Rande der Vulkaneifel. Dies ist einer der vielen Reitställe in der Eifel, bei denen geführte Ausritte zum Angebot gehören.
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Am frühen Vormittag sind wir, ausgerüstet mit Reitstiefeln, Reithelm und warmer Jacke, auf dem Mauritiushof angekommen, um an einem Ausritt teilzunehmen. Die Pferde kommen frisch von der Koppel, wir greifen zu Striegel und Bürste. Das Putzen, Satteln und Auftrensen vor dem Ausritt ist Pflicht – und eine gute Gelegenheit, den zugeteilten Reitpartner etwas näher kennenzulernen.

Dann geht es in die Reithalle. Hände an den Sattel, linker Fuß in den Steigbügel – und schon sitzen wir auf dem Rücken des Tieres. Ein paar Runden zum Warmwerden, um die richtige Länge der Steigbügel zu erfühlen und den Sattelgurt festzuziehen – später im Gelände ist dafür nicht die Zeit.

Endlich geht es los. Wir reiten hintereinander, der Kopf eines Pferdes am Hintern des vorangehenden, das ist sicherer, wenn wir Straßen überqueren müssen.
 
Pferde bleiben gelassen

Reitlehrerin Kerstin Steinsberger kennt die Pferde und weiß, dass sie an Fahrzeuglärm gewöhnt sind und sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Trotzdem kann immer etwas passieren. Deshalb erklärt sie uns zu Beginn: „Wenn etwas nicht stimmt oder ihr den Anschluss zur Gruppe verliert, dann ruft ihr ganz laut stopp! Wenn jemand stopp ruft, wird sofort stehen geblieben. Erst wenn alles in Ordnung ist, geht es weiter.“

Über sanfte Hügel gehen die Pferde querfeldein im Schritt, bis zu einem asphaltierten Weg. Hier geht es vorbei an dem Gestüt Windhof bei Niederscheidweiler. Auf den großen Weiden laufen die Jungpferde. Einige von ihnen sind neugierig und schauen sich die kleine Reitergruppe genauer an. Vorbei an Niederscheidweiler erreichen wir ein Waldstück.

Hier weiß Kymo eine Abkürzung, die auf schnellem Weg wieder heim auf die Weide führt. Dass Kerstin Steinsberger eine andere Route wählt, passt dem sonst so gemütlichen Haflinger nicht. Nein, den Weg runter in den Wald möchte er nicht gehen. Erst nach etwas Überredungskunst mit Hilfe von Schenkeldruck und einem Klapps mit der Gerte lenkt er ein und trottet hinter Marengo, dem Pferd der Reitlehrerin, her. Ein schmaler Weg führt uns tiefer in den Wald. Das Laub auf dem Boden sieht vom Pferderücken aus wie ein bunter Teppich. Die Blätter rascheln unter den Hufen. Ab und zu schauft eines der Pferde zufrieden.

Zwei Stunden mit den Tieren unterwegs

Wir sind meist im Schritt unterwegs. Eine gute Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen und mehr über den Hof zu erfahren. Kerstin, die eigentlich Lehrerin für Mathe, Sport und Englisch ist und zudem mehrere Lizenzen als Reittrainerin besitzt, hat viel vor an ihrer neuen Arbeitsstätte. Ein Projekt, das ihr am Herzen liegt, ist das spielerische Heranführen von Kindern zwischen vier und sieben Jahren an das Reiten. Sie selbst ist erst mit 14 Jahren zu diesem Sport gekommen. Vorher verhinderte eine Allergie gegen Pferdehaare die Annäherung an die Tiere, die dann aber verschwand.

Auch über die Pferde hat sie einiges zu erzählen. So sind Kymos Mutter und sein Bruder in schlechtem Zustand von einem Pferdemarkt gerettet worden. Die beiden Tiere wurden aufgepäppelt. Wenige Monate später erblickte auch Kymo das Licht der Welt.

In den gut zwei Stunden, die wir auf dem Pferderücken unterwegs sind, könnte die Landschaft nicht abwechslungsreicher sein. Es geht grüne Wiesen runter und gelbe Felder rauf, vorbei an Laub- und Nadelbäumen, Sträuchern und moosbedeckten Abhängen und durch seichte Gewässer. Mancher Weg ist so schmal und dicht bewachsen, dass man, um den Ästen auszuweichen, sich zu Hals und Mähne des Pferdes hinabbeugen muss.

Auch Galoppstrecken dabei

Auf Wegen, die eben und ohne Löcher sind, wird getrabt. Die Reitlehrerin fragt die Gruppe, ob alle bereit sind. Begeistertes Ja von allen. Kerstin Steinsberger hebt die Hand und ruft mit lauter Stimme: „Antraben und Leichttraben!“

Auch ein paar Galoppstrecken gibt es. Die kräftigen Haflinger entwickeln ein Temperament, das man ihnen vorher nicht zugetraut hätte. Kymo und Diego stürmen hinter dem Führungspferd Marengo her, die blonden Mähnen wehen im Wind, das ist Reiterglück pur.

Zufrieden und glücklich kommen wir zurück auf den Hof. Die Pferde werden abgesattelt. Die Hufe müssen noch einmal überprüft werden, ob sich kleine Steine festgetreten haben. Dann geht es auf die Weide. Kymo und Diego lassen sich gleich nieder und wälzen sich gemütlich. Sie haben für heute ihre Arbeit getan.



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