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Datum: 12. August 2011 | Mehr aus diesem Ressort: Tagestouren
Autor: Christa Weber Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Hillesheim Drucken

Auf den Spuren von Mördern und Giftmischern

Drogendealer, Brandstifter und eine Menge Leichen: In den Krimis von Jacques Berndorf wird die idyllische Eifel zum Schauplatz heimtückischer Verbrechen. Die Roman-Tatorte bei Hillesheim können Besucher bei einer Krimiführung erkunden und dabei selbst Detektiv spielen.
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Die Stadt Hillesheim im Vulkaneifelkreis ist das „Zentrum des Verbrechens“. Zumindest wenn es danach geht, wie häufig in den Krimis von Jacques Berndorf in dem Eifelstädtchen geraubt, gekidnappt und gemordet wird. Dass sich die Tatorte in Hillesheim häufen, hat die örtliche Tourist-Info auf eine Idee gebracht: Einmal im Monat lädt sie zur Krimiführung samt Spurensuche an den Schauplätzen der Eifel-Krimis ein.

Diese Tatorte sind das Ziel der 18 Krimifans aus Elsdorf (Rhein-Erft-Kreis), die in Regenjacken und Wanderschuhen vor der Hillesheimer Tourist-Info stehen. In ihrer Mitte: Gästeführerin Dorita Molter-Frensch. „Mein Name ist Klara Fall“, erklärt sie und tippt an ihren grauen Filzhut. „Ich werde Sie auf dieser kriminellen Tour begleiten.“ Bevor es losgeht, hält sie den Gästen einen Stapel Pappkarten hin, von denen jeder Teilnehmer eine zieht. „Detektive“ steht bei Hilde Albus und Jürgen Retzkowski auf der Rückseite. Außer ihnen gibt es sechs weitere Ermittlerteams: Ganoven, schwere Jungs, Augenzeugen, Spurensicherung, Juristen und Journalisten. Klara Fall verteilt Blöcke und Stifte, denn unterwegs müssen die Ermittler Rätsel lösen und Buchstaben für ein Lösungswort sammeln. Über einen Trampelpfad geht es raus aus Hillesheim und hinein in die raue Eifellandschaft. Nebelschwaden wabern über den Feldern, der Wind pfeift, das Gras ist nass und glitschig. „Kriminelles Wetter“, lacht Klara Fall und zieht plötzlich einen Revolver. „Hände hoch, wer schon einen Eifel-Krimi gelesen hat“, fordert sie. Sechs Hände gehen nach oben. Zur Belohnung folgt das erste Rätsel: Welcher Autor trägt den Namen eines Eifelortes? Kein Problem für Hilde Albus, sie notiert „Jacques Berndorf“. „Ich habe alle seine Krimis gelesen“, erzählt sie. Für die richtige Antwort drückt Klara Fall ihr einen Stempel auf den Block, das Motiv ist eine Pistole. Der erste Buchstabe fürs Lösungswort ist ein P.

Weiter geht es durch den Nebel, bis Klara Fall vor einer lilafarbenen Blume stehen bleibt. „Das ist die Herbstzeitlose, eine hochgiftige Pflanze“, warnt sie. Ihr Verzehr könne zu Übelkeit, Erbrechen und sogar zum Tod führen. „Perfekte Inspiration“ für einen Giftmord. „In der Eifel gibt es so einiges, womit man Menschen um die Ecke bringen kann.“

Als nächste Station erreichen die Ermittler den Ort Berndorf. Am Schild „Beulerstraße“ stellt Klara Fall die nächste Aufgabe: das Haus finden, in dem Autor Michael Preute alias Jacques Berndorf gewohnt hat. Die Teams schwärmen aus. Hilde Albus bleibt vor einem Haus mit Gartenteich stehen. „Er schreibt doch immer von seinem schönen Garten“, begründet sie ihre Wahl. Und sie hat recht. „Hier spielt sich das kriminelle Leben um Siggi Baumeister ab“, bestätigt Fall. Über einen Feldweg führt sie die Ermittler nun ein paar Kilometer weiter zu einer zerklüfteten schwarzen Felswand. Der Kalksteinbruch ist Mord-Schauplatz im Krimi „Eifel-Wasser“, berichtet Fall und gibt ein neues Rätsel auf: Gesucht wird „der Teil eines Mannes Hand“. „Könnte ein Ring sein“, überlegt Albus. „Oder eine Pflanze“, vermutet Jürgen Retzkowski. Während die Detektive das Gras vor den Felsen absuchen, ist Journalistin Margret Schreier schon fündig geworden. Sie hält Klara Fall einen blutigen abgetrennten Finger unter die Nase – natürlich nur aus Plastik.

Der Nebel ist noch dichter geworden, die Ermittler machen sich auf den Rückweg. Vor einem Strauch mit leuchtend roten Beeren hält Klara Fall an. „Das ist das Pfaffenhütchen. 40 Beeren davon in die Suppe Ihres Liebsten sind tödlich“, erklärt sie und stellt die letzte Frage: „Nennen Sie noch ein Pflänzlein, das Menschen garantiert ins Jenseits schickt.“ Die Herbstzeitlose ist allen im Gedächtnis geblieben und so verteilt Fall die letzten Stempel. Die Juristen gewinnen mit acht Pistolen. Auch das Lösungswort haben alle Teams geknackt, das wird hier aber aus Rücksicht auf die nächsten Ermittler nicht verraten.

Zum Abschluss der Zwölf-Kilometer-Tour führt Klara Fall ihre Gäste vor das Hillesheimer Kriminalhaus, in dem mehr als 26  000 deutschsprachige Krimis aufbewahrt werden. Hier überreicht sie jedem Teilnehmer ein Krimidiplom für die erfolgreiche Spurensuche. Die meisten sind erschöpft, aber begeistert: „Es war toll, an der frischen Luft die vielen Tatorte gezeigt zu bekommen“, findet Susanne Adler. Auch für Berndorf-Fan Hilde Albus hat sich der Ausflug gelohnt: „Wir hatten unheimlich viel Spaß. Ich habe gar nicht gemerkt, wie viele Stunden wir unterwegs waren.“

Noch mehr Tatorte können Krimifans auf dem Eifelkrimi-Wanderweg erkunden. Zwei Routen von 18 und 20 Kilometern führen an elf Schauplätze. Eine Broschüre der Tourist-Info (siehe Service) enthält Infos zu den Tatorten, Roman-Zitate und eine Wegbeschreibung.

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