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Datum: 12. August 2011 | Mehr aus diesem Ressort: Tagestouren
Autor: Von unserem Redaktionsmitglied Christa Weber Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Hermeskeil/Ruwer Drucken

Die Räder locker rollen und die Seele baumeln lassen

Wo früher die Züge durch den Hochwald dampften, rollen heute die Räder auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg. Vorbei an Wiesen, Wäldern und Weinbergen geht es von Hermeskeil bequem bergab – eine ideale Tour für alle, die eine entspannte Fahrt durchs Grüne genießen wollen.
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Der Ruwer-Hochwald-Radweg führt seit etwa zwei Jahren auf der ehemaligen Eisenbahntrasse von den Höhen des Hochwalds hinab ins Ruwertal. Auf der rund 49 Kilometer langen Strecke überwinden die Radfahrer insgesamt 400 Höhenmeter. Wie kräftig sie dabei in die Pedale treten müssen, hängt von der Fahrtrichtung ab. Wer in Ruwer auf den Sattel steigt, für den geht es konstant leicht bergan mit einem durchschnittlichen Anstieg von etwa einem Prozent. Fast von selbst rollt es dagegen für alle, die im Hochwald starten. Wer den kompletten Radweg erkunden will, sollte daher in Hermeskeil beginnen. Mit dem Bus Regioradler R200 samt Radanhänger gelangt man am Wochenende und in den Schulferien problemlos dorthin (siehe Service).
Der Radweg beginnt direkt am Hermeskeiler Bahnhof, mit Hilfe der Hinweisschilder und weißer Pfeile auf dem Boden können die Fahrer den Startpunkt nicht verfehlen. Die ersten Kilometer gehören gleich zu den schönsten Abschnitten der Tour. Weil sich das Hermeskeiler Dampflokmuseum direkt am Radweg befindet, säumen einige ausrangierte Eisenbahnwaggons die Strecke. Die mit hohem Gras bewachsenen Gleise der Hochwaldbahn, die 1998 still gelegt wurden, begleiten die Radfahrer fast bis zum höchsten Punkt der Strecke. Dort bei Kilometer vier liegt hinter einem kleinen Waldstück der Rastplatz „Päards Boa“. Ein paar Holzbänke und ein Brunnen laden zur ersten Verschnaufpause ein. Bei Kilometer sechs passieren die Radler den Ortseingang von Reinsfeld. Einen imposanten Anblick bietet dort die ausrangierte rote Lok, die die Radler beim Überqueren der ersten größeren Straße, der Landesstraße 148, hinter sich lassen.
Weiter geht es auf dem durchgängig asphaltierten Radweg über abgeschiedene Waldwege in Richtung Kell am See. Dort lädt ein von den Bewohnern besonders hübsch gestalteter Haltepunkt zum Verweilen ein. Auf einer Holzbank, vor sich eine schwarze Miniatureisenbahn, haben es sich Karin und Eddie Maurer aus St. Augustin bei Bonn gemütlich gemacht. Die beiden sind bereits zum vierten Mal auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg unterwegs. „Wir lieben solche Strecken entlang von still gelegten Eisenbahnlinien“, sagt Eddie Maurer. Am Tag zuvor hat das Paar bereits den Maare-Mosel-Radweg von Daun nach Bernkastel-Kues ausprobiert. „Beides sind wunderbare Wege“, schwärmt Karin Maurer.
Von Kell am See bis Zerf wartet die anspruchsvollste Etappe der Tour. Auf dem Weg durch den Wald müssen die Radfahrer einige kurze, aber steile Anstiege meistern, die oft recht unvermittelt hinter einer Kurve auftauchen. Zur Belohnung geht es dafür anschließend auf rasanten Abfahrten hinab. Die Ruwer, die sich einige Meter unterhalb der Trasse durch die Landschaft schlängelt, haben die Radler dabei stets im Blick. Begleitet von ihrem sanften Rauschen erreichen sie nach 24 Kilometern den Ort Zerf. Die Hälfte der Strecke ist geschafft.
Hinter Hentern beginnt der entspannte Teil der Reise. Von dort aus können die Fahrer ihre Räder einfach rollen und sich den Fahrtwind um die Nase wehen lassen. Vorbei geht es an imposanten Felswänden in Richtung unteres Ruwertal, wo die Wälder langsam von weitläufigen Wiesen, Weiden und Weinbergen abgelöst werden. 
Bei Pluwigerhammer müssen erneut eine größere Kreis- und Landesstraße überquert werden. Für die Radfahrer bedeutet das erhöhte Aufmerksamkeit beim Balancieren zwischen den rotweiß gestreiften Sicherheitsschranken. In der Nähe des ehemaligen Romika-Werks bei Gusterath-Tal gibt es erstmals seit Kell am See wieder eine Einkehrmöglichkeit mit Terrasse direkt an der Route.
Ab diesem Punkt nimmt der Verkehr auf dem Radweg deutlich zu. Viele Familien, Inlineskater und Spaziergänger mit Nordic-Walking-Stöcken bevölkern den Weg. Deshalb ist Vorsicht geboten, aber auf der geraden Strecke sind die Ausweichmanöver leicht zu meistern. Der nächste lohnende Halt folgt bei Kilometer 40. Von der Brücke bei Sommerau haben die Radfahrer einen perfekten Blick auf die Ruine von Schloss Sommerau.  Die Höhenburg wurde im 13. Jahrhundert von dem Trierer Rittergeschlecht „von der Brücke“ erbaut und befindet sich heute in Privatbesitz. Wer einen Blick nach unten riskiert, schaut direkt auf einen kleinen Wasserfall der Ruwer. 
Auf den letzten Kilometern rollen die Radler an Wiesen und Weinbergen entlang, über die Bretter einer schmucken überdachten Holzbrücke bei Waldrach bis in den Weinort Kasel. Dort müssen sie die L149 überqueren und erneut an einer Absperrung vorbeizirkeln. Zum Endspurt geht es dann auf die letzten Kilometer Richtung Mertesdorf. Wer dort ankommt, kann schon die ersten Häuser von Ruwer erkennen. Nach etwa vier Stunden Fahrt passieren die Radler das Ziel. 

Service:

Gesamtstrecke/Fahrtzeit
Der Ruwer-Hochwald-Radweg führt auf rund 49 Kilometern über die Eisenbahntrasse der ehemaligen Ruwer-Hochwald-Bahn und folgt dabei über einen Großteil der Strecke dem Flusslauf der Ruwer. Für die Fahrt abwärts aus dem Hochwald in Richtung Ruwertal sind bei gemütlichem Tempo etwa vier Stunden einzuplanen.

Schwierigkeitsgrad und Anspruch
Die 2009 fertig gestellte Strecke ist von Anfang bis Ende asphaltiert und angenehm zu fahren. Für wenig geübte Fahrer bietet sich ein Start in Hermeskeil an. Von dort geht es nach Ruwer fast nur bergab. Wer es sportlich anspruchsvoller mag, sollte die umgekehrte Richtung mit konstanter Steigung wählen.
Der Radweg ist auf der gesamten Strecke gut ausgeschildert. Sicherheitsbarrieren in rotweißen Signalfarben kündigen rechtzeitig die Überquerung von Landes- und Kreisstraßen an. Wegen des geringen Schwierigkeitsgrads ist der Weg auch für Anfänger und Familien geeignet. Lediglich der Abschnitt zwischen Zerf und Kell am See enthält ein paar schwierigere Kurven und Anstiege. 

Anfahrt
Neben Bahn und Auto bietet der Radlerbus „Regioradler“ R200 eine bequeme Möglichkeit, samt Rad zum Startpunkt in Hermeskeil zu gelangen. Der Bus ist allerdings in der Zeit vom 1. April bis 3. Oktober bisher nur an Wochenenden und Feiertagen sowie täglich in den rheinland-pfälzischen Schulferien sowie im Juli und August unterwegs – ein Manko für Gäste aus anderen Bundesländern. Der Bus pendelt dann täglich sechs Mal zwischen Trier, Hermeskeil und Türkismühle. Tickets für die Räder werden im Internet gebucht unter www.regioradler.de. Pro Rad zahlen Erwachsene drei, Kinder bis 14 Jahre zwei Euro. Dazu kommt der Busfahrschein, der am Tag der Fahrt beim Busfahrer gelöst werden kann. Für Gruppen gibt es Ermäßigung.

Verpflegung an der Strecke
Direkt am Radweg gibt es leider nur wenige Einkehrmöglichkeiten, beispielsweise in Kell am See, in Gusterath-Tal und später im Weinort Kasel. Rucksackverpflegung und eine gut gefüllte Wasserflasche sind deshalb angesagt. Wen es nicht zu sehr eilt, der hat jedoch stets die Möglichkeit, ein paar Minuten abseits des Radwegs in Cafés, Restaurants oder Biergärten zu rasten.

Anbindung an weitere Routen
Der Ort Ruwer an der Moselmündung ist Übergangsstelle zu zwei weiteren Radwegen: zum Moselradweg, der direkt durch Ruwer führt und zum Kylltal-Radweg, der das am anderen Moselufer liegende Ehrang passiert. Der Moselradweg verbindet auf einer Länge von 275 Kilometer das französische Thionville mit dem Deutschen Eck in Koblenz. Die Kylltal-Route (115 km) führt durch das Kylltal und die Eifel in Richtung Aachen.

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