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Eifelpark Gondorf: Die Hexe fliegt, die Mufflons verstecken sich

(Gondorf) Durchdringend ist er, der Blick der Hexe. Mit gelben Augen funkelt sie ihre Zuschauer an. Vielleicht wird dem ein oder anderen ein bisschen mulmig, wenn sie zu nahe kommt. Doch niemand läuft weg. Kein Wunder – denn „Hexe“ ist einer der Weißkopfseeadler im Eifelpark Gondorf und Star der Flugschau, die hier, mitten in der Südeifel, täglich angeboten wird.
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In unserer Tagestour geht es diesmal vor allem um die tierischen Bewohner des Eifelparks – denn sie sind es, die man auch im Winter besuchen kann (siehe Service-Kasten).

Außer Weißkopfseeadlern führen Willigerd Emontspohl, technischer Leiter des Eifelparks, und die anderen Falkner ihren Zuschauern auch andere heimische und exotischere Raubvögel vor – beispielsweise Wüstenbussarde oder Falken. Die Mitarbeiter werfen die Vögel sozusagen mit viel Schwung von ihrem Lederhandschuh in die Luft. Damit die Tiere auch zurückkommen und die Zuschauer etwas zu staunen haben, werden Hexe und die anderen Raubvögel mit frischem Futter gelockt. Starke, männliche Besucher dürfen sogar selbst einen Raubvogel fliegen lassen – wenn sie sich trauen.

Rundweg zu Wildtieren

Wenige Schritte weiter wird es etwas bodenständiger. Hier beginnt der mehrere Kilometer lange Rundweg durch den Teil des Parks, in dem die Wildtiere zu Hause sind. Es ist nicht immer leicht, die Parkbewohner in den großen, zum Teil steil angelegten Gehegen zu entdecken – umso größer ist die Freude, wenn ein Mufflon hinter einem Baum hervorlugt. Von einem hölzernen Turm aus haben die Besucher das großzügige Areal der Wölfe sehr gut im Blick. Ein metallenes Fernrohr ermöglicht es, sich den Tieren zumindest optisch ein bisschen zu nähern.

Dadurch, dass das Gelände groß genug ist und die Menschen weit genug weg, verhalten sich die Wölfe nicht so unnatürlich wie beispielsweise in einem Zoo. Man kann sie beim Herumtollen, Fressen oder einfach beim Faulenzen unter einem der Bäume beobachten. Etwas näher heran kommt man bei den Hirschen. Für die majestätischen Waldbewohner ist der Herbst eine ganz besondere Zeit – die Brunft, die Paarungszeit, hat begonnen. Wochenlang buhlen die Hirschböcke um die Gunst der Hirschkühe und verteidigen ihr Revier gegen Rivalen. Das beeindruckende Röhren und die Kämpfe der Hirschmänner kann man mit etwas Glück auch im Eifelpark beobachten.

Tiere hautnah erleben

Folgt man dem Weg einige Hundert Meter weiter, gelangt man in das sogenannte Kontaktgehege des Wildparks. Hier können geduldige Besucher Mufflons und Rehe erleben – ohne durch einen Zaun von ihnen getrennt zu sein. Auch für die Pflanzenfresser im Wildpark kann man Futter kaufen. Doch die Tiere aus der Hand zu füttern, ist nicht erlaubt. Das ist aber kein Problem – wenn man etwas Futter auf den Boden streut, kommen sie trotzdem nah genug an die Besucher heran, so dass man sie gut sehen kann.

Ein freundlicher Stupser mit der Schnauze erwartet die Besucher im kleinen Streichelzoo. Denn kontaktfreudiger als die Tiere im Kontaktgehege sind vor allem die Ziegen, die im Eifelpark leben und sich ihr Gehege mit ein paar Hühnern teilen. Der kleine Luchs Malu blickt aus seinem Gehege kurz in Richtung der Besucher und kuschelt sich dann verschlafen an seine Mutter. Erst in diesem Sommer hat die kleine Raubkatze das Licht der Welt erblickt.

Es gibt auch alte Tiere im Eifelpark – ganz alte. Auf dem Platz der Urzeit können sich vor allem die jüngeren Besucher über die Lebensweise der Dinosaurier informieren und lernen, wie die Eifel zu dieser Zeit ausgesehen hat. Der Braunbär, der gleich um die Ecke wohnt, blinzelt und streckt den vorbeiziehenden Zuschauern frech die Nase entgegen. Ob er weiß, dass er und seine Verwandten sozusagen Pate gestanden haben für das Maskottchen des Eifelparks? Wohl kaum. Das Maskottchen scheint dem Braunbär ziemlich egal. Er freut sich stattdessen darüber, dass ihm die Besucher ein bisschen von dem speziellen Bärenfutter in sein Gehege werfen – klar, dass es so etwas gibt in einem Park mit Teddy als Maskottchen.

 


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