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Geschichte zum Anfassen direkt vor der Tür

(Tawern) Viele Familien sind in den Herbstferien noch einmal in den Süden gefahren, um Sonne für den Winter zu tanken. Wer zu Hause bleibt, muss sich jedoch nicht langweilen. Auch die Region bietet zahlreiche Attraktionen. Immer ein beliebtes Ausflugsziel: die Tempelanlage in Tawern.
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Tawern. Oberhalb des gallo-römischen Ortes Tabernae, dem heutigen Tawern, liegt die Tempelanlage Tawerns. Doch dies ist nicht irgendeine römische Tempelanlage: Denn als die Reisenden auf dem Weg nach Trier waren, hatten sie in Tawern einen allerersten Blick auf die Kaiserstadt Trier. Zwischen einzelnen Bäumen erkennt man auf dem Metzenberg noch heute ganz weit entfernt das rote Dach der Konstantin-Basilika und den Dom.

Gefahren aus dem Tal


"Früher baute man die Straße immer auf dem Bergkamm, denn im Tal lauerten mehr Gefahren durch die Natur", erklärt Wolfgang Schnitzer vom Verein Römisches Tawern. Und so verlief über Tawern die wichtigste römische Fernstraße, die Köln über Trier und Metz mit Rom verband.
Mit vielen Beispielen, Vergleichen zur heutigen Zeit und sehr anschaulich vermittelt Schnitzer den Besuchern, was man bisher über die Tempelanlage und das römische Tabernae herausgefunden hat.
Wer sonntags eine Führung mit einem der Vereinsmitglieder mitmacht, kann auf diese Weise viel Neues über die eigene Umgebung lernen. Zu sehen gibt es zwei vollständig rekonstruierte Tempel, einen Brunnen, zwei Schatzhäuser, ein Profangebäude, eine Statue vom Gott Merkur, Reliefs und einige Überreste von Wänden, die den Grundriss weiterer Tempel erahnen lassen.
Schnitzer macht es bei seinem Rundgang spannend für Besucher jeden Alters. Ob technische Details über den Brunnen und die Rekonstruktion für die Älteren oder eine Anprobe der Waffenausstattung für jüngere Besucher: Eine Führung durch die Tempelanlage lohnt sich.
Wer die Tempelanlage sonntags nicht besuchen kann, für den halten einige bebilderte Infotafeln und kleine Hinweisschilder an den Gebäuden in Kürze die wichtigsten Infos bereit.
Nahe dem Parkplatz im Dorf liegt auch die Straßensiedlung Vicus. Hier wurde in einem Modell eine kleine Siedlung am Rande der Straße im Tal nachgestellt, in der sich Wohnhäuser mit Handwerksbetrieben, Werkstätten, Läden und einer Schmiede befanden.
Eine Straße, auf der sich Reisende etwa mit Lebensmittel eindecken konnten, führte vom Ort direkt zur Tempelanlage. Infotafeln an den Überresten der Gebäude geben Auskunft zu den Häusern.

Die Tempelanlage und die Straßensiedlung sind jederzeit geöffnet. Führungen in der Tempelanlage finden im Oktober sonntags zwischen 14.30 Uhr und 16.30 Uhr statt. Eintritt: Erwachsene 2 Euro, Schüler 1 Euro. Der Weg zur Tempelanlage ist asphaltiert. Mehr Infos unter www.roemisches-tawern.de

 


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