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Raus aus dem Alltag, rein in die Welt der Entspannung

(Trier) Der Frühling kommt. Zeit, den Körper aus dem Winterschlaf zu holen, ihn zu durchbluten und sich nach den kalten Tagen etwas Gutes zu tun. Deshalb hat unsere Reporterin einen Tag Entspannung im Wellnessnest in Trier getestet, stellvertretend für viele tolle Wellnessanlagen in der Region.
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Es duftet nach Mandeln und Kakao. Beim Eintreten empfängt mich ein wohliges Ambiente in orange-braunen Farben. Es ist angenehm warm, und die Gedanken an das düstere Wetter draußen sind wie weggeblasen. Nein, das ist kein Kaffeehausbesuch. Ich bin heute zu Gast im Wellnessnest (Eurener Hof) in Trier. Hier teste ich stellvertretend für viele Wellnessmöglichkeiten in der Region (siehe Extra) einen Tag „Wohlfühlen für Geist und Seele“, wie Beate Grett, Chefin der Einrichtung, ihre Angebote beschreibt.

Doch zurück zu diesem betörenden Duft, der aus einem separaten Raum strömt. Dort flackert Kerzenlicht über die Wände. Im Hintergrund plätschert leise Musik vor sich hin. Auf den Rücken von Anne-Marie Lorz tröpfelt warme flüssige Schokolade. „Ich kann die Schokolade förmlich schmecken, so gut riecht sie“, sagt die junge Frau, die nun mit der cremigen Flüssigkeit massiert wird. „Der Schokoduft setzt Glückshormone, sogenannte Endorphine, frei“, erklärt Beate Grett. Durch die pflegende Sheabutter wird die Haut streichelzart.

Schokoladengenuss ohne Reue

Erst wird der Rücken durchgeknetet, dann Schultern, Nacken und schließlich die Arme. „Ich bin besonders an Schultern und Rücken total verspannt“, erklärt Anne-Marie Lorz. Deshalb zuckt sie bei der tiefgehenden Massage ab und zu zusammen, als Masseurin Yuliia Polischuk eine Verspannung ausmassiert. Doch am Ende sagt sie: „Das war die beste Massage, die ich je hatte.“ Schokogenuss ohne Reue.

Genug zugeschaut, jetzt bin ich dran. Für meinen ersten Wellnesstag habe ich mir eine Gesichtsbehandlung mit dem Wirkstoff Hyaloron, eine Kräuterstempel- und eine Klangschalenmassage ausgesucht. Für letztere muss ich nur meine Schuhe ausziehen. Gut für den Einstieg – besonders für Menschen, die erst ein wenig warm werden müssen. Als mich Beate Grett bittet, in eine große metallene Schale zu steigen und die Augen zu schließen, wird mir doch etwas mulmig zumute. Doch Beate Grett weiß, was sie tut. Sie hat eine spezielle Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin absolviert. Der erste tief dröhnende Gong, den sie an der Schale anschlägt, geht durch meinen ganzen Körper, meine Sehnen und Muskeln vibrieren. Ich scheine mich durch die Vibration hin und her zu bewegen. Alle vier Himmelsrichtungen schlägt Beate Grett an, dann darf ich mich auf die Liege legen.

Dampfende Kräuterstempel, entspannende Klangschalen

Nach und nach stellt Beate Grett mir Metallschalen verschiedener Größen auf den Körper – auf die Brust, den Bauch, die Knie, die Füße. Alle Gefäße kommen aus Tibet, eine hat bereits 800 Jahre auf dem Buckel. Alle Schalen haben Planetennamen. So klingt Venus eher hell und zart, während Mars kräftig brummend vibriert. Langsam lasse ich mich auf die Klänge, die durch meinen Körper und in meine Ohren strömen, ein. Ich spüre eine angenehme Ruhe, als die Schalen in unterschiedlichen Reihenfolgen angeschlagen werden. Am Ende ist klar, der dröhnende rebellische Mars (so beschreibt Grett die Schale) und die Venusschale sind für mich die angenehmsten Klänge. Nach einer Stunde Klangschalenmassage auf der Vorder- und Rückseite meines Körpers fühle ich mich tatsächlich entspannt und etwas müde.

Während die Kräuterstempelmassage vorbereitet wird, geht es zur Kosmetik. Beate Grett erklärt: „Hyaloron wird als Wassermagnet bezeichnet. Durch die Speicherung von Wasser im Bindegewebe wird die Haut geglättet und gestrafft.“ Als erstes wird meine Haut mit Peeling gereinigt. Die körnige Masse riecht frisch – wie ein Tag am Meer. Dann massiert Yuliia Polischuk mir reines kühles Hyaloron ins Gesicht. Anschließend wird die Haut bandagiert, um die Feuchtigkeit zu konservieren. Auf die schneeweißen Baumwollbandagen trägt die Kosmetikerin eine blau schimmernde Flüssigkeit auf, dann folgt eine weitere, die langsam einmassiert wird. Nach dem Entfernen der Bandagen fühlt sich meine Haut butterweich an.

Die Kräuterstempel dampfen. Im ganzen Raum liegt ein würziger Duft nach Lavendel, Rosmarin und anderen Kräutern. Doch der Inhalt der Stempel wird nicht verraten – Firmengeheimnis. Ich darf jedoch neben Kräuter- zwischen Rosen-, Orangen- oder Zitronenduft wählen. Auf dem Bauch liege ich entspannt auf der Liege, den Kopf auf einem gepolsterten Ring, damit ich atmen kann. Sechzig Grad heiße, runde Kräuterpackete reiben in kreisenden Bewegungen über meinen Rücken, die Schultern, den Nacken. Erst leicht, damit ich die enorme Hitze nicht so spüre, dann fester – schließlich soll die Massage bis tief in die Muskeln gehen und verspannte Fasern weich machen. Eine halbe Stunde lullen mich die Hitze und der wohlige Duft ein. Das ist also diese „Seelenhygiene“, von der Beate Grett gesprochen hat, die den Alltag einfach von mir abfallen, mich zur absoluten Ruhe kommen lässt.

Nach diesem Tag weiß ich, wie sich Cleopatra in ihrem Milchbad gefühlt haben muss. Dieses Wellness macht süchtig, hat aber auch seinen Preis. Für die einstündige Schokoladenmassage muss ich 69 Euro, für die Hyaloronbehandlung 79 Euro und für die 30-minütige Kräuterstempelmassage 40 Euro einplanen. Wellness ist wohltuend, bedeutet aber auch Luxus, den man sich leisten können muss.

Die schönsten Ziele rund um Trier, Mosel und Eifel stellt die TV-Redaktion freitags auf der Seite „Tagestour“ vor. Alle Tagestouren finden Sie im Internet auf volksfreund.de/tagestour.

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