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Autor: Juliane Renk Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Gerolstein Drucken

Tagestour nach Burg Lissingen: Wenn Steine Geschichte(n) erzählen

Rund um Burg Lissingen plätschert die Kyll, denn bei dem Eifelkleinod handelt es sich um eine Wasserburg. Da sie nie zerstört wurde, können die Besucher die Veränderungen der Geschichte noch heute mitverfolgen.
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Ein Haus, das seinen Eingang erst in sechs Metern Höhe hat, gibt es doch gar nicht. Wer das denkt, dem zeigt der Turm auf Burg Lissingen, dass er irrt. Absichtlich haben die Ritter das Gebäude so errichten lassen. Sie nahmen einige Unbequemlichkeiten in Kauf, um sicher zu sein, dass der Feind nicht mit wenigen Schritten in ihren Räumen stand. Zum Wohnturm gehörte ein Brunnen, zu dem man nur im Gebäude Zugang hatte, damit Außenstehende das Wasser nicht vergifteten.

Die wechselvolle Geschichte der Burg, können Besucher an den Fassaden und an der Ausstattung der Räume gut nachvollziehen. „Das Besondere an Burg Lissingen ist, dass sie niemals gewaltsam zerstört worden ist, sondern nur immer den entsprechenden Gegebenheiten angepasst worden ist und so haben wir fast 800 Jahre kontinuierliche Besiedlungsgeschichte“, erklärt Kunsthistoriker und Burgführer Markus Berberich. Das ist wirklich selten und macht das Gemäuer zu einer Rarität.

Dreißig Generationen lebten dort. Am Gemäuer kann man Elemente der Gotik, der Renaissance und des Barock erkennen.

Heute ist das Gebäude in Ober- und Unterburg aufgeteilt, die verschiedenen Besitzern gehören. Früher sah das anders aus: Vor 1559 gab es eine Burg. Doch dann beschlossen die Brüder Hugo und Gerlach Zandt, die vom Vater geerbten Gebäude aufzuteilen. In der Unterburg befindet sich nun ein Museum. Zu seinen Räumen zählen eine Sommerküche, die traditionelle Eifeler Schwarzküche, ein barockes Empfangszimmer, eine Gesindekammer und anderes. Die verschiednen Küchen gab es, da im Sommer deutlich mehr Menschen auf der Burg arbeiteten. In eine Art Höhle, einem ausgemauerten Raum, der nach vorn offen ist befindet sich die Sommerküche. Dort speiste das Gesinde, während sich die Herrschaften im Haus servieren ließen. „Hier wurde gelebt, gelacht, geliebt und wahrscheinlich auch gestorben“, sagt Burgführer Peter Bartlick.

Im Winter hingegen kochte das Personal im Inneren in der Eifeler Schwarzküche. Sie hatte eine offene Feuerstelle, aber keine Fenster. Den Namen verdankt sie der rauchigen Atmosphäre, die durch den schwarzen Qualm beim Kochen und Braten entstand.

In der Unterburg kann man nicht nur verschiedene Räume besichtigen, sondern sie beherbergt auch noch ein Schlitten- und Kutschenmuseum. Darunter auch einige Kuriositäten wie eine Sänfte oder ein kleiner Schlitten, in dem sich Madame von ihrem mit Schlittschuhen ausgestatteten Gatten übers Eis chauffieren ließ.

Extra: Burg Lissingen im Wandel der Zeit
1212 Die Burg wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Hier wohnen die Ritter von Liezingen.

1559 Die Brüder Hugo und Gerlach Zandt von Merl teilen das Anwesen in Ober- und Unterburg.

1789 Lissingen ist ein eigener kleiner Staat, der nur dem Kaiser unterstellt ist.

1903 Die Mühle außerhalb der Burg wurde als Elektrizitätswerk für den Ort Lissingen genutzt.

1930 Eine der  ersten Milchflaschenabfüllstationen in der Eifel kommt hier zum Einsatz. Bis 1977 gilt die Burg Lissingen als landwirtschaftlicher Musterbetrieb, auf dem Schüler ausgebildet werden.

1987 Karl Grommes erwirbt die Unterburg.

2000 Christine und Christian Engels kaufen die Oberburg. In einem Teil des Gebäudes werden Ferienwohnungen eingerichtet.

2008 Die Unterburg öffnet ihre Türen und Tore als Museum Burg Lissingen.

Hintergrund: Ausstellungen und Besonderheiten
Ab August ist die Fotoausstellung Brot und Wein in der Burg zu sehen. Sie zeigt historische und aktuelle Fotos der Gemeinde Reil an der Mosel.

Samstags backt ein Bäcker im mehr als 100 Jahre alten Ofen der Burg. Von 11.30 Uhr bis 17 Uhr können die frischen Backwaren erworben werden. Auch das Burg Café ist offen.

Öffnungszeiten:

Das Burgmuseum ist von Dienstag bis Sonntag zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf (inklusive Führung) oder ermäßigt drei Euro. An einer Führung teilzunehmen, ist empfehlenswert. Viele kleine Details die Geschichte der Burg erzählen, nimmt der Besucher sonst möglicherweise nicht wahr. Die Eintrittskarte gilt auch für die Kutschen- und Schlittenausstellung.

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