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Wasser, Wein und hübsche Dörfer

(Wittlich/Klüsserath/Piesport) Radwege an Flüssen entlang haben ihren ganz besonderen Reiz. In den vergangenen Jahren sind viele neue Strecken vermessen und ausgeschildert worden. Unsere Tagestour führt dieses Mal über den Radweg Wittlicher Senke, die Strecke Rad-Erlebnis Salm bis hin zum Moselradweg.
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Die bronzene Schweinegruppe am Zentralen Omnibusbahnhof in Wittlich ist der Startpunkt für die Tour. Los geht es an der Schlossgalerie vorbei, durch die Neustraße auf den Marktplatz mit dem historischen alten Rathaus. Von dort aus radeln wir am Platz an der Lieser vorbei, überqueren den kleinen Fluss und radeln am Rommelsbachparkplatz entlang. Am Ende der Straße halten wir uns links. An der nächsten Kreuzung fahren wir an der Evangelischen Kirche vorbei stadtauswärts auf der Trierer Landstraße. Nach einer kleinen Steigung lassen wir die Stadt hinter uns und fahren rechts auf den gut ausgeschilderten Radweg Wittlicher Senke.
 
Jetzt folgt ein sehr angenehmes Wegstück. Links von uns führt die L 141 entlang, rechts bietet sich ein herrlicher Blick ins Tal auf Wiesen und Felder. Wir passieren die Gaststätte zur Breit, die auch wegen dieses Blicks ins Grüne ein beliebtes Ausflugsziel ist. Nach etwa sechs Kilometern erreichen wir Dreis und durchfahren ein Wohngebiet. An dessen Ende treffen der Radweg Wittlicher Senke und der Weg Rad-Erlebnis Salm zusammen.
 

Ein schöner Platz zum Entspannen

Die Strecke an der Salm ist schön eben, und wer möchte, kann hier auch etwas Tempo machen. Kurz vor der Regionalen Schule Salmtal geht es nach rechts, und wir stoßen nach ein paar Hundert Metern auf das alte Stadion des FSV Salmrohr.
 
Wiesen und Felder gehen jetzt in ein dichtes Waldgebiet über. Die Salm säumt den Weg mitten in wildem Grün. Eine große Eisenbahnbrücke lässt den Radfahrer anhalten und staunen. Auf der weiteren Strecke in Richtung Sehlem bestimmen wieder Wiesen die Landschaft.
 
In dem Ort angekommen, bietet sich eine kleine Pause an. Direkt gegenüber der Kirche steht ein Brunnen. Ein schöner Platz, um sich auf eine Bank zu setzen. Mit Blick auf die Pfarrkirche St. Georg aus dem frühen 19. Jahrhundert können wir entspannen und uns stärken. Das ist sinnvoll, denn die nächsten Kilometer verlangen uns einiges ab. Doch erst einmal geht es raus aus dem Ort, vorbei an einem Gedenkstein, der an die 1000-Jahr-Feier des Ortes erinnert. Im Jahr 1008 wurde Sehlem erstmals schriftlich erwähnt. Vor zwei Jahren wurde das groß gefeiert. Kurz vor Esch teilt sich der Weg. Richtung Schweich geht es weiter durch die Wittlicher Senke. Wir bleiben auf der Strecke nach Klüsserath. In Esch gibt es einen kurzen Vorgeschmack auf die Steigung, die uns später in Rivenich erwartet. Hier angekommen, radeln wir mitten durch den Ort. Obwohl Rivenich einige Kilometer von der Mosel entfernt gelegen ist, gibt es hier viele Weinberge, die der Gemeinde ein schönes Umfeld geben.
 

Vorfreude auf die nächste Bergabfahrt

Am Ende des Ortes wartet die größte Herausforderung der Tour. Jetzt müssen wir richtig in die Pedale treten. Der Berg zieht sich, das Schnaufen wird lauter. Die Hoffnung auf den kühlenden Wind bei der Abfahrt lässt uns die Anstrengung aushalten. Doch oben eine Enttäuschung: Vor der Gefällstrecke warnt ein Schild davor, diese hinabzuradeln.
 
Zumindest ist man gut beraten, zuvor die Fahrradbremsen auf ihre Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Weiter geht's. Jetzt macht das Radeln wieder Spaß. Es geht zwischen Weinbergen ins Tal hinab. Auch danach auf ebener Strecke ist die Tour eine Freude. Die Landschaft bietet mit Wiesen und Weinbergen einiges fürs Auge.
 
In Klüsserath erreichen wir das Ende der Strecke Raderlebnis Salm und die Mosel. Wir müssen uns rechts halten bis zur Brücke. Nachdem wir die Mosel überquert haben, stoßen wir in Thörnich auf den gemütlichen Biergarten der alten Fähre, der durstige Radler zum Verweilen einlädt. Wer weiter möchte, kann sich an den Schildern zum Moselradweg orientieren. Das ist allerdings etwas kompliziert. Wir fahren nicht direkt an der Mosel entlang, sondern passieren eine Strecke an Maisfeldern vorbei, die uns mit einer Steigung noch mal Kondition abverlangt. Schließlich folgen wir der Beschilderung nach Leiwen und passieren die Ferienanlage Eurostrand Leiwen. Im Ort angekommen, erreichen wir die Mosel. Dort erwartet den Radfahrer ein gut ausgebauter Weg.
 
In Leiwen gibt es ein Wassertretbecken. Zusammen mit vielen anderen Touristen staksen wir durch die Becken. Die Kälte des Wassers erfrischt und macht wieder munter für den Rest der Strecke. Jetzt geht es weiter über Trittenheim nach Neumagen-Dhron. Dieser Ort an der Mosel ist die älteste Weinbaugemeinde. Schon der römische Dichter Ausonius hatte die Schönheit der Landschaft erkannt und beschrieben. Bekannt ist Neumagen-Dhron auch für das römische Weinschiff. Hier sollte man in jedem Fall eine Pause machen in einer der vielen Straußwirtschaften oder Cafés. Urlaubsgefühl pur!
 

Mit dem Radelbus nach Bernkastel-Kues

Über die Brücke geht es über die Mosel und dort führt der Weg nach Piesport. Hier endet unsere Tour. Wer über mehr Ausdauer verfügt, kann von hier aus noch weiterfahren an Kesten vorbei bis nach Lieser. Von dort aus führt der Maare-Mosel-Radweg wieder zurück zum Ausgangspunkt in Wittlich. Von Piesport aus fahren Radelbusse nach Bernkastel-Kues, wo man mit einer anderen Linie nach Wittlich zurückfahren kann.


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