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Zeitreise in die Geschichte des Bergbaus

Vier Scheinwerfer leuchten entfernt. Langsam kommen sie näher. Die Grubenbahn bleibt endlich vor dem Eingang zur Erzmine stehen. Skeptisch schaut Katharina Gutknecht in die spartanisch ausgerüsteten Waggons.
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Die 17-jährige Schülerin aus Nittel steigt mit einem gelben Sicherheitshelm auf dem Kopf in die Museumsbahn des Musée national des mines im luxemburgischen Rumelange. Zusammen mit einem Freund interessiert sie sich für die Geschichte des Erzabbaus im Süden von Luxemburg.
Beim Halt in der Grube wartet Robby Weber auf die Besucher. Er ist einer der Grubenführer des Museums. Für 90 Minuten nimmt er die Gäste mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der früheren Mine Walert.

Die Erzgrube liegt am nördlichen Rand des lothringischen Beckens. Hier wurde zwischen 1898 und 1963 die sogenannte Minette abgebaut. Das phosphorreiche Eisenerzsediment hat sich vor etwa 175 Millionen Jahren im Golf von Lothringen abgesetzt. Der industrielle Abbau dieses Erzes lohnt sich erst, seit mit dem Thomas-Verfahren (siehe Extra) eine Technik gefunden wurde, die es erlaubt, aus ihm hochwertigen Stahl herzustellen.
"Diese Mine wird als Mausefalle bezeichnet", erzählt Weber. Mindestens 46 Bergleute haben in den Stollen der Grube ihr Leben verloren. Darunter der Gewerkschaftsführer Jean-Pierre Bausch, der im Parlament kurz vor dem tödlichen Grubenunfall für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bergbau kämpfte. "Dem Cousin meines Vaters musste nach einem Arbeitsunfall ein Bein amputiert werden."

Eine Schautafel illustriert, dass im Jahr 1905 jeder Bergmann etwa 1000 Tonnen Erz im Jahr förderte. 53 Jahre später, 1958, kamen auf jeden Grubenarbeiter etwa 2700 Tonnen Erz. Seit 1980 wird in Luxemburg keine Minette mehr abgebaut. Anfangs waren die Arbeitsbedingungen in dem Erzbergwerk hart. Mit Handbohrern mussten Löcher für das Sprengdynamit ins Gestein gebohrt werden. Mit zunehmender Technisierung ging die Arbeit immer schneller, gefährlich blieb sie gleichwohl.

"Ich kann mir nicht vorstellen, täglich zwölf Stunden als Bergarbeiter in einer Mine zu arbeiten", sagt Katharina Gutknecht, als sie vor der Grubeneinfahrt wieder ihren Schutzhelm absetzt. "Richtig beeindruckt hat mich, was Robby über das Bergarbeiterleben erzählt hat."

 



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