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Datum: 26. August 2011 | Mehr aus diesem Ressort: Tagestouren
Autor: Anke Scholz Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken

Zurück in die Kindheit

An Puppen, Autos und Eisenbahnen aus der Kindheit erinnern sich auch Erwachsene gerne zurück. Im Trierer Spielzeugmuseum erfahren die Besucher, womit sich Kinder in der Antike bis zur Gegenwart beschäftigt haben.
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Ein lautes Geräusch strömt durch den Raum. Die Kulisse einer Stadt wird auf einmal lebendig: Auf der Straße kehrt ein Bär den Schutt auf, ein Igel gießt die Balkonpflanzen und ein Fuchs gräbt ein Loch aus.

„Altstadtsanierung“ heißt das Gebilde, das einen ganzen Raum im Trierer Spielzeugmuseum füllt und Stofftiere der Firma Steiff. Ursprünglich diente es der Spielzeugfirma 1962 als Ausstellungsstück für die Nürnberger Spielzeugmesse. Später sorgten die Bewohner eines Behindertenheimes mithilfe einer speziellen Technik dafür, dass sich die Plüschfiguren bewegten.

Rund 5000 Exponate zählt das Trierer Spielzeugmuseum, das sich auf zwei Etagen in der Steipe am Hauptmarkt verteilt. Eine Vitrine zeigt sogar noch römische Spielzeuge, wie zum Beispiel einen bronzenen Würfel, mit dem sich Kinder 800 vor Christus die Zeit vertrieben. Das älteste Stück aus der Neuzeit ist ein Tanzbär aus dem Jahr 1880. Trotz seines Alters kann bewegt sich das Spielzeug immer noch über den Tisch, wenn man zuvor den Schlüssel dreht.

Rund 18.000 Besucher kommen jedes Jahr ins Museum am Trierer Hauptmarkt. Die meisten von ihnen sind längst aus dem Spielzeugalter herausgewachsen. „Das Museum ist im Grunde genommen eigentlich für Erwachsene gedacht. Die erinnern sich durch die Ausstellungsstücke wieder an ihre Kindheit“, erzählt Museumsführerin Inge Ginter. Sie ist vom ersten Tag des Museums mit dabei. Der Sammler Rolf Scheurich hatte vor über 20 Jahren die Idee, in Trier ein Spielzeugmuseum einzurichten. 1989 erfüllte er sich in zwei entkernten Gebäuden in der Nagelstraße dann seinen Traum. Seit 2003 ist das Spielzeugmuseum nun in der Steipe eingerichtet. Träger ist der Trierer Bürgerverein.

In jedem Raum im Spielzeugmuseum eröffnet sich dem Besucher eine andere Welt. Während sich die eine Vitrine ausschließlich dem Thema Puppen widmet, stehen in einem anderen Raum ausschließlich Zinnfiguren, mit denen sich Kinder früher in strategischer Kriegsführung übten. „Spielzeuge erzählen immer auch Zeitgeschichte“, sagt Inge Ginter. So seien Puppen immer auch Zeugen ihrer Entstehungszeit, sagt Ginter. Die Soldaten aus Zinn tragen die originalen Uniformen ihrer realen Vorbilder in der damaligen Zeit. Und die Miniaturausgaben von Autos zeigen, wie Verkehrsmittel früher funktionierten. „Da brauchte man statt eines Zündschlüssels eine große Kurbel, mit der man vorne den Motor startete“, erzählt Ginter.

Laura Feit (12) aus Schweich und Nina Lombard (13) aus Salmtal sind mit ganz anderen Spielzeugen aufgewachsen als die Kinder vor 100 Jahren. Trotzdem finden es die beiden Schülerinnen des Wittlicher Cusanus-Gymnasiums interessant, mit welchen Stofftieren, Autos oder Eisenbahnen die Kinder in der Vergangenheit gespielt haben. „Es ist Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass man früher trotzdem schon so viel über Autos wusste und genauso auch die Spielzeuge aussahen“, sagt Nina. Laura Feit findet es schade, dass die Spielzeuge alle sicher hinter Glas geschützt werden. „Bei den Eisenbahnen würde ich zu gerne mal selbst am Trafo drehen“, sagt sie.

Neben der Dauerausstellung gibt es im Trierer Spielzeugmuseum auch immer eine Vitrine, die eine Sonderausststellung zeigt. Aktuell ist es eine Sammlung von Ford-Capri Modelle von 1970 bis heute der Marke Ford. „Die Ausstellungsstücke wurden uns von dem Trierer Sammler Ralf Hermesdorf zur Verfügung gestellt“, erzählt Ginter. Die Sonderausstellung ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen. Danach plant das Museum-Team eine Lego-Ausstellung mit einem Querschnitt des Bausteine-Systems zu zeigen.

Extra:
Öffnungszeiten:
Von April bis Dezember hat das Museum dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Von Januar bis März stehen den Besuchern die Türen von 11 bis 17 Uhr offen. Montags bleibt das Museum ganzjährig geschlossen.
Eintrittspreise: Erwachsene zahlen vier Euro, Jugendliche bis 18 Jahren zwei Euro. Für Kinder zwischen vier und elf Jahren kostet der Eintritt 1,50 Euro. Familien zahlen zehn Euro. Für Gruppen gelten Sondertarife.
Service: Für Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer gibt es einen Aufzug. Für Gruppen werden Führungen angeboten (15 Euro für die ganze Gruppe zusätzlich zum Eintrittsgeld).
Tipp: Für Familien und Gruppen hat das Team vom Spielzeugmuseum eine Rallye in deutscher, englischer und französischer Sprache erarbeitet. Den Bogen mit 16 Fragen gibt es kostenlos am Empfang.
Kontakt: Trierer Spielzeugmuseum, Dietrichstr. 51, 0651/75850, info@spielzeugmuseum-trier.de oder im Internet unter www.spielzeugmuseum-trier.de


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An Puppen, Autos und Eisenbahnen aus der Kindheit erinnern sich auch Erwachsene gerne zurück. Im Trierer Spielzeugmuseum erfahren die Besucher, womit sich Kinder in der Antike bis zur Gegenwart beschäftigt haben.
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