Studenten schnuppern rein - Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel bringt Fachkräfte und Firmen zusammen
Schöne Natur allein lockt keine Fachkräfte in die Eifel. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel geht nun neue Wege, um Nachwuchs aus Hochschulen auf innovative Firmen aufmerksam zu machen. Etwa die Rowa Automatisierungssysteme GmbH in Kelberg oder die Mürlenbacher Feluwa Pumpen GmbH.
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"Es ist einfach sehr schwer, Fachkräfte in die Eifel zu bekommen", sagt Michael Craj, Personalchef bei der Kelberger Rowa Automatisierungssysteme GmbH, die seit dem vergangenen Jahr zum amerikanischen Konzern CareFusion gehört. Craj sucht mit Annoncen und über Internetplattformen händeringend Maschinenbau- und Elektroingenieure für die Konstruktion und Softwareentwicklung.
Doch der Erfolg ist dürftig. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel weiß um das Problem und versucht nun im Rahmen des EU-Projekts Tetrra und der Aktion Campus meets Companies die Verbindung zwischen den Hochschulen und Studierenden herzustellen und so die Fachkräfte von morgen in die Vulkaneifel zu locken. "Ziel des Projekts ist es, Fachkräfte aus den Hochschulen auf die Unternehmen in der Region als mögliche spätere Arbeitgeber aufmerksam zu machen und über die Beschäftigungsmöglichkeiten in diesen Unternehmen zu informieren", erklärt Judith Laux von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel (WFG), die einer der 13 teilnehmenden Partner des Tetrra-Projekts ist.
Thomas Schnick, Professor an der Fachhochschule Koblenz, war auf der Suche nach Partnern und hatte bei der WFG eine Projekt8teilnahme für Studenten aus dem Fach8bereich Maschinenbau angefragt. Zwölf Studierende nahmen nun an der ersten Exkursion zu Rowa und der Feluwa Pumpen GmbH in Mürlenbach bei Gerolstein teil.
Der 24-jährige Tim Kröber aus Koblenz war einer der Teilnehmer. 2013 beendet er sein Maschinenbaustudium und wollte so "mal in die Unternehmen reinschnuppern und sehen, wie die Arbeit der dortigen Ingenieure ist". Die Eifel kann er sich durchaus als späteren Arbeitsort vorstellen. "Es kommt auf das Unternehmen an. Die Umgebung hat für mich nicht so viel damit zu tun, wie ich meinen Arbeitsplatz aussuche", sa
Heinz M. Nägel, technischer Geschäftsführer der Feluwa Pumpen Pumpen GmbH in Mürlenbach.
Foto: Helmut Gassen
Daniel Nägel (Dritter von links), Juniorchef der Feluwa Pumpen GmbH, beim Betriebsrundgang mit Studenten aus Koblenz.
Foto: Helmut Gassen
gt er. "Außerdem ist die Eifel doch ziemlich zen8tral gelegen." Auch Sebastian Hase (26) wollte so "andere Abläufe kennenlernen" und ist "nicht abgeneigt, in der Eifel meinen späteren Arbeitsplatz zu haben".
Personalchef Michael Craj von Rowa stellte die Firma zuerst einmal detailliert vor. Der Erfolg des Eifeler Unternehmens zeige sich in 3750 Anlagen, die seit Gründung der Firma 1996 schon verkauft worden seien. Mit aktuell 337 Mitarbeitern sei es außerdem Marktführer für automatisches Warenhandling in Apotheken. "Diese Aktion der WFG Vulkaneifel unterstütze ich gern, denn so können wir den Studenten zeigen, was die Eifel doch für ein toller Arbeitsort ist", erklärt Craj.
Auch Heinz M. Nägel, technischer Geschäftsführer der Firma Feluwa, hat gern bei dem Projekt mitgemacht. "Wir suchen dringend Maschinenbau8ingenieure und welche aus dem Bereich der Verfahrenstechnik, vor allem initiativ8begabte junge Ingenieure. Das Problem für uns ist: Die Großfirmen werben mit ihrem Namen junge Leute hier ab, dabei haben diese dort nur Detailaufgaben. Bei uns ist das Aufgabengebiet viel größer", betont Nägel.
116 Mitarbeiter beschäftigt das innovative Unternehmen aus der Eifel momentan, und die Auftragsbücher sind voll. Nägel: "Technologisch sind wir sehr gut aufgestellt, wir haben aber strangulierende Probleme, Fachkräfte hierhin zu bekommen." Das heiße: "Wir müssen deswegen entweder eine Konsolidierungsphase einleiten und nicht mehr weiterwachsen - oder aber höherwertige Arbeitsplätze wie die Konstruktion oder Entwicklung zumindest teilweise in die Ballungsräume verlagern."
Den Versuch, jungen Studenten der Hochschulen mit Hilfe von Tetrra interessante Unternehmen in der Eifel näherzubringen, findet der Feluwa-Geschäftsführer gut. "Das ist für mich eine hervorragende und ideale Herangehensweise. Die Studenten wissen so besser, was wir hier tun. Und wir können sie vielleicht dazu animieren, sich mit der Region Eifel als Arbeitsort zu beschäftigen".
Tim Kröbers Fazit fällt positiv aus: "Die Exkursion hat meine Erwartungen erfüllt, besonders der Besuch bei der Feluwa war für mich persönlich interessant", berichtet er. Und Sebastian Hase sagt: "Es war sehr informativ, ich habe viel Neues gesehen, was die Theorie aus dem Unterricht ergänzt und mir neue Motivation gibt. Beide Firmen waren interessant, es hat sich wirklich gelohnt."
Extra
Das Interreg-Projekt Tetrra (Technology Transfer and Recruting in Rural Areas) wurde im Oktober 2010 gestartet und ist ein grenzüberschreitendes Projekt in der Euregio Maas-Rhein, das von der Europäischen Union gefördert wird. Insgesamt 13 Partner haben es sich zum Ziel gesetzt, den Technologietransfer zwischen Hochschulen und wissenschaft8lichen Einrichtungen sowie innovativen kleinen und mittelständischen Unternehmen im Grenzraum Belgien, Niederlande und Deutschland voranzutreiben und Fachkräfte für diese Region zu begeistern.
Weitere Informationen zum Tettra-Projekt bei der Wirt8schaftsförderungsgesellschaft Vulkaneifel, Judith Laux, Telefon 06592/933204 oder wfg-daun@vulkaneifel.de
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