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Die Küche des Bürgertums

Natürlich gibt es sie - die Gastro-Krikitiker, die bei der Erwähnung der Stichworte "Hausmannskost" oder "gutbürgerliche Küche" rot sehen und wie die bekannten Gebrüder Lange 2006 behaupteten: "Die bürgerliche Küche ist tot".

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Was natürlich als Provokation einzuschätzen war, denn Klassiker dieser Küche wie Rouladen, Sauerbraten, Wirsingeintopf oder das gute alte Jägerschnitzel, um nur einmal einige zu nennen, werden immer in der heimischen Küche zubereitet werden oder auf deutschen Speisekarten in allen Regionen auftauchen.
Nicht umsonst geben viele Meister- und Sterneköche, wenn sie nach ihrem Lieblingsgericht gefragt werden, etwas verblüffend Einfaches wie etwa Frikadellen mit Kartoffelsalat (AlfonsSchuhbeck) oder Gaisburger Marsch, einen Eintopf mit Ochsenfleisch, Gemüse, Kartoffeln und Spätzle (Harald Wohlfahrt) an.
Ursprünglich Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt, bezeichnet der Begriff die Küche des damaligen bürgerlichen Mittelstands. Sie ist in erster Linie eine Küche für die Familie, in der die Versammlung zu den Mahlzeiten, speziell zur Hauptmahlzeit am Mittag, einen hohen Wert darstellte. Neben frischen und hochwertigen Lebensmitteln bevorzugte man in erster Linie Fleischgerichte, wie den legendären Schweinebraten.
Aber auch Geflügel-und Wildgerichte erfreuten sich großer Beliebtheit.
Ein wohlschmeckendes Dessert war der krönende Abschluss einer gelungenen Mahlzeit.
Die Gastronomie hat die traditionelle, deutsche Küche mit all ihren Facetten nie aus den Augen verloren. Ob mit kräftig, nahrhaft und aufwändig gekochten Speisen wie Suppen, Eintöpfen, kräftigen Saucen, Aufläufen, großen Braten und deftigen Fischgerichten.
Die gutbürgerliche Küche zeichnet sich nicht nur durch ihre Vielfalt aus, sondern auch durch frische Produkte, die meistens aus der jeweiligen Region stammen. Wurden Speisen in der Vergangenheit mit sehr viel Fett zubereitet, wird heute darauf geachtet, auch deftige Gerichte nach gesundheitlich relevanten Vorstellungen zu kochen.
Da wird dann schon mal das berühmte Stück Butter zugunsten der Gesundheit nicht mehr dazu gegeben. Der Geschmack der verschiedenen Speisen muss deshalb aber nicht leiden.

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